Band I, Familienbuch von Rebekah Brand & Detlef Uhrig

Das vorliegende Familienbuch Kirchenbuch „Kirchheimbolanden“ ist i.d.R. eine rein genealogische Darstellung, die Geburt, Hochzeit, Kinder und Tod der Partner umfasst. Die Daten basieren auf den Daten der Kirchenbücher Kirchheim der drei Konfessionen der Lutheraner, Reformierten und Katholiken. Ergänzt um Daten der KB Bolanden, Enkenbach-Alsenborn, Albisheim & Gauersheim, Rockenhausen des 18. Jahrhunderts. Daran anschließend sind die standesamtlichen Akten ab 1798 sehr eine ergiebige u. verlässliche Quelle, die weit zurückblickend in das 18. Jahrhundert Datenlücken schließen bzw. ergänzen.  Allerdings steht deren gesamte Verlinkung = familiären Zuordnung wegen der riesigen Datenflut noch am Anfang

Im 18. Jahrhundert waren die Kirchenbezirke Kibo nicht deckungsgleich mit den politischen Gemeinden. So war Bischheim z.B. eine große lutherische Kirchengemeinde, deren Familienereignisse Eingang im eigenen KB fanden. War jedoch der Ehemann reformiert und seine Gattin lutherisch, dann wurden die Knaben im reformierten KB Kibo eingetragen, während die Töchter im KB Bischheim zu finden sind. 1/10 der Einwohner waren katholisch und ließen ihre Kinder in Kibo einsegnen, während die reformierte Nachbarsfamilie ganz in Kibo zu finden ist. Ganz krass war die Situation für die vier Familien Fischer, Billhardt, Knoth und Bürcky auf dem Donnersberg. Für alle vier war der lutherische Pfarrer in Dannenfels nicht zuständig. Ihre Daten fanden in den ref. und kath. KB Kibo Eingang, während die dort wohnende mennonitische Familie Bürcky erst ab 1798 in Dannenfels registriert wurde.  Die in den Kirchenbüchern genannten Sexgeschichten, Morde etc. werden auf dieser web-site veröffentlicht.

Dank der Recherche von Hans Döhn, Kirchheimbolanden, die Geschichte einer Stadt, S. 291 ff. wissen wir, welche Familien um 1725/1735 in der Residenzstadt Kibo Haus- & Grundbesitz hatten. Dies war Basis meiner Recherche. Dieser Stadtplan ist unten abgedruckt, sowie die Häuserliste, ergänzt um die Familien # des Familienbuches Kibo, Band I.. Die heutigen Straßenbezeichnungen und entsprechenden Hausnummern finden Sie auf der Google.map

Der interessierte Leser kann aus den Datensätzen für sich Stammbäume erstellen. Hinter diesen Zahlen verstecken sich Freude, Liebe & Zärtlichkeit, Verzweiflung und Trauer um den Tod geliebter Menschen. So schrieb Pfarrer Gräser (Gräßer) in das Albisheimer Kirchenbuch: „Den 21.11.1703 starb und ward den 23ten begraben im Kirchenchor, wo man in die Sakristei gehen will, neben des Schulmeisters Stuhl und dem Gerichtsstuhl: Anna Maria Barbara Gräser * 6.12.1698 meine des Pfarrers Franz Christian Gräsers einziges herzliebstes Töchterlein, alt 5 Jahre minus 3 Wochen und musste wegen Kriegsgefahr, derweil man sich des französischen Überfalls besorgen musste, bei dunkler Nacht und mit Lichtern begraben worden. Gott spende ihr ewigen Trost, Freude und Ergötzung im ewigen Leben und erwecke sie am Jüngsten Tag in ihrem Schlafkämmerlein und vereinige ihr zartes Körperlein mit ihrer Seele… Amen“. Wie sehr Pfarrer Gräßer an diesem kleinen göttlichen Wesen geliebt hatte, zeigt der Grabstein, den er 1704 hatte anfertigen lassen und der heute an der Kircheninnenwand befestigt ist: „Dort steht geschrieben: Wie das Gras heut blüht und steht, morgen durch den Wind vergeht, so sind meine Gräsers Wangen durch den Tod wie Gras vergangen!“