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1793 Schlacht bei Kaiserslautern

Erlenbach und die Verwundeten

Es ist nicht überliefert, wie sich der dreitägige Kampf auf Erlenbach und seine Bewohner ausgewirkt hatte. Die Otterberger Kirchenbücher weisen große Lücken auf Die Erlenbacher waren einfache Leute, aber nicht dumm. Als die französischen Truppen sich näherten, packten sie ihre Habseligkeiten und flohen mit dem Vieh in den Wald nach Baalborn und Sembach. Sicherlich hatten sich indes die französischen Offiziere des Königlich Zweibrücker Regiments in ihren Häusern gemütlich gemacht und sich die frei laufenden Hühner köstlich zubereiten lassen
Die gewitzten Höferer brachten wohl auch ihr Vieh und Saatgut vor den Preußen in Sicherheit. Ihr Weg führte über  den Schallbrunnener Weg  in eine ungewisse Sicherheit, während die preußischen und sächsischen Offiziere der Bataillone Churland, Carabinieres und Viettinghoff in ihren Betten schliefen.
Der blutige Kampf in, um und durch Erlenbach hatte schreckliche Opfer gekostet. Der preußische Kriegsbericht zählte eigentlich nur die getöteten Soldaten auf. 2.350 tote Franzosen und 800 eigene Leute Der Leser erhält dadurch innerlichen Abstand zum eigentlichen schrecklichen Geschehen. Am besten waren wohl die Gefallenen dran, die von einer Kugel getroffen wurden und den Sekundentod fanden. Was war aber mit den Blessierten, denen ein Arm abgehackt war oder denen durch Artillerie- Beschuss ein Bein abgerissen wurde? Die Schlacht war ein unerbittliches Abschlachten. Dies war heroisch für die  nicht verwundeten Sieger, die konnten triumphieren und jubelen. Aber die grässlich Verletzten, die schreiend von grauenhaften Schmerzen gequält, unversorgt herumzuckten. Es war wohl eine Gnade, wenn abends die Sieger den Schlachtplatz abgingen und den Hoffnungslosen den Todesstoß oder den Gnadenschuss gaben.