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1792/93 Politische Katastrophe für Weilburg

30.9.1792 Fürstenfamilie floh aus Kibo

14.6.1792 war die Geburt;  am 17.6.1792 in der Paulskirche: die prächtige Kindstaufe des Prinzen Wilhelm Georg August Belgicus = Wilhelm I. erfolgte in der Zeit des politischen Umbruchs, die wohl in ihrer Tragweite von den Fürsten nicht erkannt worden war. Hintergrund: die Französische Revolution und 1792 marschierten Preußische Truppen zur Befreiung Ludwig XVI. in Richtung Paris,  sie wurden aber durch die Kanonade bei Valmy gestoppt und mussten sich zurückziehen. Während die Preußen nach Westen marschierten, startete der franz. General Adam Philipp Custine einen unerwarteten Entlastungsangriff  von der franz. Festung Landau aus und eroberte Dorf um Dorf, Als Custine erreichte, setzte sich die Fürstenfamilie  mit ihrem Hofstaat in Richtung Weilburg ab.

14.10.1792: besetzte Adam Philipp Custine mit seinen Truppen  Kirchheimbolanden und die umliegenden Dörfer. Er hielt sich nur kurz auf, dann marschierten seine Truppen durch Rheinhessen und eine Woche später stand er bereits vor der Festungsstadt Mainz. . 22.10.1792: Durch List und “Verrat” übernahm Custine die starke Festung Mainz. General Custine und seine Offiziere empfingen am 22. Oktober am Oberen Weisenauer Weg eine Mainzer Abordnung, die die Festungsstadt Mainz den französischen Revolutions Armee übergaben. (Darüber gibt es ein berühmtes Ölgemälde) Dies war zugleich der Beginn der Mainzer Republik;

[1] ) Die Pariser Machthaber sah das adelige Gehabe Custines  als Verrat an. Sie machten kurzen Prozess und ließen Custine am 28. August 1793 guillotinieren

Dies war auch Beginn der Mainzer Republik

Versorgung der franz. Truppen

Die Französische Armee hatte sich im Oktober 1792 in der Nordpfalz und Rheinhessen breitgemacht und ließ keinen Zweifel daran, wer Herr im Hause war. Und diese 40.000 Soldaten mussten von der deutschen Bevölkerung versorgt werden. Mit eindeutig klaren Befehlen verpflichteten sie z.B. die Albisheimer:  den Schultheißen (Bürgermeister) Johannes Schwindt und seine Beisitzer (des Gerichts) Christian Göhring, Heinrich Groß und Engel Eschenfelder, große Mengen an Lebensmittel und Futtermittel zu organisieren und pünktlich abzuliefern. Diese Leistungen der Gemeinde Albisheim wurden vom damaligen Gemeindeschreiber exakt erfasst worden und zum Glück sind diese Aufzeichnungen auch noch vollständig erhalten geblieben. Die Listen haben u.a. die Bezeichnungen „Frohndmanual“ . Die Transporte übernahmen die Fuhrleute, die ab dem Herbst und den ganzen Winter mit ihren Zugtieren arbeitslos herumsaßen. So kannten sie als Fuhrleute wertvolle Zusatzeinkommen verdienen. Aber der Nebentätigkeit konnte auch Hass auslösen, wenn die Frachtempfänger ganz einfach die Gespanne beschlagnahmten  So geschehen am 26.7.1793!

Nov/Dez 1793: Versorgung der franz. Garnison in Worms:

Alle Dörfer mussten die franz. Festungen, bzw. Lager versorgen. Beispiel Albisheim:  Die Albisheimer Fuhrleute brachten am 13.11.1792 = in  3 Fuhren 38,2 Malter Korn, / am  30.11.1792 = 2 Fuhren mit 32 Malter Korn/ am 31.12.1792 = 5 Fuhren=71,4 Malter Korn/ und  am 14.12.1792 brachten 3 Fuhrleute mit je 2 Gespannen, = 6 Fahrzeugen insgesamt 78 Malter Hafer nach Worms. Dabei war immer der Müller Johannes Wohlgemuth aus Albisheim.  Sie hatten das Getreide jeweils aus herrschaftlichen Zehntscheune Albisheim. entnommen. Diese Transporte wurden von der Gemeinde mit 20 Kreuzer,  je Malter Korn honoriert. Die Albisheimer fuhren nicht allein, sondern immer in Kolonnen. Für die ersten vier Fahrten musste Albisheim allein für den Transport dieser 218 Malter (= je 117,876 Liter), Getreide = 436 Kreuzer = 7 Gulden und 26 Kreuzer aufbringen.

24.12.1792: an diesem Tag brachten 16 Albisheimer Fuhrleute Tierfutter nach Worms. 12 Wagen hatten je 10 1/2 Zentner Heu und 4 Wagen je 10 Zentner Kornschrot geladen.

Fortsetzung folgt: 1793 Versorgung franz. Truppen