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1819: Preise und Versteigerung

1819: Preise  und Versteigerungpreise-1819

Hinweis:  12 Loth waren 175 Gramm,

Diese Meldung vom 22.5.1819 enthält auch die Versteigerungs-Anzeige Am 21.6.1819 ließ der Notar Neumayer[1] von Kirchheimbolanden auf Veranlassung der Hohen Königlichen Bayerischen Regierung vom 16.4.1819 die seit fast 1000 Jahren im Besitz der Gemeinde Albisheim befindliche „Königsweidezwangsversteigern. Der Notar veranlasste deshalb die oben abgedruckte Annonce im neuen Kirchheimbolander Wochenblatt am 21.5.1819. Gleichzeitig ließ er die Versteigerung der 75 Grundstücke[2] im ganzen Kanton durch die Schelle ankündigen

Die Versteigerung fand in der „Behausung“ des Philipp Lauers statt, der zu jener Zeit der reichste Bürger Albisheims gewesen war. Phil. Lauer[1] hatte zu den Kriegsgewinnlern gehört, der mit zahlreichen Geschäften, (die heute nicht mehr nachvollziehbar sind), viel Geld verdient hatte. Als Zeichen seines Erfolges baute er 1815 das hübsche klassizistische Haus in der Hauptstraße, während Albisheim durch permanente Durchmärsche der preußischen, russischen, bayerischen Truppen massiv finanziell gelitten hatte.

Aus dem erzielten Versteigerungserlös der „Königsweide“ in Höhe von etwa 15.000 fl befriedigte das Landcommissariat die Ansprüche der 29 Albisheimer Gläubiger!

[1]) Philipp Lauer , * 29.3.1773, Gutsbesitzer und Wirt des Gasthauses Zum Löwen , hatte am 14.7.1793  Maria Friedrica Ermarth, * 3.2.1771, Tochter des reichen Friedr. Ludwig Ermarth geheiratet. Das Ehepaar hatte 9 Kinder, die allesamt reiche und einflussreiche Partner ehelichten. Phil. Lauer starb am 16.3.1838.  Drei Kinder nahmen Partner aus der Familie Schloßstein. Seine jüngste Tochter Elisabetha    oo  1840 den Marnheimer Ludwig Weigel, der auch sein Gasthaus übernahm.  Siehe Familienbuch Albisheim   # 12011

[1] ) Neumayer, Georg, * um 1783 in Worms, Notar, seine Eltern: Gottfried Neumayer, Verwalter des Stiftes Neuhausen bei Worms und der Maria Anna, geb. Hermann, * um1760 in Obwalburg/ Main. Georg Neumayer war mit Christina Theresia Kirchner, * 27.11.1799 in Kibo verheiratet. Er wohnte in der Prinzengasse, die heute Amtsstraße heißt. In seinem Wohngebäude ist heute wiederum ein Notariat

[2]) Allerdings hatte die Gemeinde die fraglichen 75 Grundstücke der Königsweide noch am 9.5.1817, vormittags ab 10 Uhr meistbietend auf 6 Jahre verpachtet. Jeder Bieter hatte wie damals üblich, einen Bürgen zu stellen. Der jährliche Pachterlös wurde noch // in 1.287,85 FF bzw. 597 fl 45 X ausgewiesen. Am 14.5.1817 bestätigte Herr Wied von der Bezirksdirektion in Kaiserslautern die Pachtverträge[2].