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1793: Versorgung franz. Besatzungstruppen

13.1.1793: Belieferung der franz.  Festung Landau

Die Gemeinde Albisheim organisierte 147 Malter Speltz (= Dinkel), die am 13.1.1793 von sechs Fuhrleuten zur Festung nach Landau gebracht wurden. Dabei waren Ludwig Emrich, Philipp Göhring, Philipp Hildebrand und Jacob Wohlgemuth. Andreas Bohlander hatte 21 Malter Speltz in Göllheim, in Dreisen 14, auf dem Gundheimerhof 21 Malter geladen. Die Unterlagen sagen nichts aus, wie viele Wagen da unterwegs waren.

15.1.1793: Holzlieferung an franz. Zentrallager Alzey

Am 15.1.1793 fuhren 23 Holztransporter mit je 8 Klafter Holz nach Alzey

Das französische Magazin Alzey verlangte weitere 240 Klafter Holz, dies waren etwa 850 Ster, die bis Mitte Februar abzuliefern waren. Die Kommunen Dannenfels, Albisheim und Kibo schickten ihre Arbeiter in den Donnersberger Wald, um die notwendigen Bäume fällen zu lassen. Mit den damaligen Werkzeugen brauchte ein Waldarbeiter 12 Tage um 20 Ster zu machen. Dies entsprach einer durchschnittlichen Tagesleistung von 1,67 Ster, ein Knochenjob.  Rein rechnerisch konnten knapp 50 Arbeiter die geforderte Holzmenge in 2 Wochen einschlagen.  für den 2tägigen Transport: Hin- und Rückfahrt brauchten die eingesetzten Fuhrleute etliche Tage.

Belieferung der franz. Festung Mainz

Der Graf von Nassau Weilburg hatte sich mit General Custine unter der Hand nach dem Floriansprinzip geeinigt und deshalb wurden seine Besitzungen anfänglich geschont. Nachdem die kommunalen Lager ausgeräumt waren, kannte die franz. Militärverwaltung jedoch kein Pardon mehr und beschlagnahmte die vollen herrschaftlichen Speicher in Kirchheim. Am 4.3.1793 holten Johann Philipp Göhring, Ludwig Emrich und Jacob Wohlgemuth 50 Malter Hafer ab und brachten das Getreide nach Mainz. Auch das Kirchheimer Heulager war randvoll. Am 8.3.1793 brachen 8 Albisheimer Fuhrleute mit insgesamt 130 Zentner Pferdefutter nach Mainz auf. Diese Gruppe stand unter der bewährten Führung von Philipp Göhring und Ludwig Emrich, die den Weg nach Mainz bereits im Schlaf kannten. Kaum waren sie zurück, mussten Ludwig Emrich, Philipp Göhring & Engel Pabst mit ihren Helfern schon wieder am 13.3.1793 mit 120 Malter Hafer aus dem Kirchheimer Magazin nach Mainz.

1792/93 Politische Katastrophe für Weilburg

30.9.1792 Fürstenfamilie floh aus Kibo

14.6.1792 war die Geburt;  am 17.6.1792 in der Paulskirche: die prächtige Kindstaufe des Prinzen Wilhelm Georg August Belgicus = Wilhelm I. erfolgte in der Zeit des politischen Umbruchs, die wohl in ihrer Tragweite von den Fürsten nicht erkannt worden war. Hintergrund: die Französische Revolution und 1792 marschierten Preußische Truppen zur Befreiung Ludwig XVI. in Richtung Paris,  sie wurden aber durch die Kanonade bei Valmy gestoppt und mussten sich zurückziehen. Während die Preußen nach Westen marschierten, startete der franz. General Adam Philipp Custine einen unerwarteten Entlastungsangriff  von der franz. Festung Landau aus und eroberte Dorf um Dorf, Als Custine erreichte, setzte sich die Fürstenfamilie  mit ihrem Hofstaat in Richtung Weilburg ab.

14.10.1792: besetzte Adam Philipp Custine mit seinen Truppen  Kirchheimbolanden und die umliegenden Dörfer. Er hielt sich nur kurz auf, dann marschierten seine Truppen durch Rheinhessen und eine Woche später stand er bereits vor der Festungsstadt Mainz. . 22.10.1792: Durch List und “Verrat” übernahm Custine die starke Festung Mainz. General Custine und seine Offiziere empfingen am 22. Oktober am Oberen Weisenauer Weg eine Mainzer Abordnung, die die Festungsstadt Mainz den französischen Revolutions Armee übergaben. (Darüber gibt es ein berühmtes Ölgemälde) Dies war zugleich der Beginn der Mainzer Republik;

[1] ) Die Pariser Machthaber sah das adelige Gehabe Custines  als Verrat an. Sie machten kurzen Prozess und ließen Custine am 28. August 1793 guillotinieren

Dies war auch Beginn der Mainzer Republik

Versorgung der franz. Truppen

Die Französische Armee hatte sich im Oktober 1792 in der Nordpfalz und Rheinhessen breitgemacht und ließ keinen Zweifel daran, wer Herr im Hause war. Und diese 40.000 Soldaten mussten von der deutschen Bevölkerung versorgt werden. Mit eindeutig klaren Befehlen verpflichteten sie z.B. die Albisheimer:  den Schultheißen (Bürgermeister) Johannes Schwindt und seine Beisitzer (des Gerichts) Christian Göhring, Heinrich Groß und Engel Eschenfelder, große Mengen an Lebensmittel und Futtermittel zu organisieren und pünktlich abzuliefern. Diese Leistungen der Gemeinde Albisheim wurden vom damaligen Gemeindeschreiber exakt erfasst worden und zum Glück sind diese Aufzeichnungen auch noch vollständig erhalten geblieben. Die Listen haben u.a. die Bezeichnungen „Frohndmanual“ . Die Transporte übernahmen die Fuhrleute, die ab dem Herbst und den ganzen Winter mit ihren Zugtieren arbeitslos herumsaßen. So kannten sie als Fuhrleute wertvolle Zusatzeinkommen verdienen. Aber der Nebentätigkeit konnte auch Hass auslösen, wenn die Frachtempfänger ganz einfach die Gespanne beschlagnahmten  So geschehen am 26.7.1793!

Nov/Dez 1793: Versorgung der franz. Garnison in Worms:

Alle Dörfer mussten die franz. Festungen, bzw. Lager versorgen. Beispiel Albisheim:  Die Albisheimer Fuhrleute brachten am 13.11.1792 = in  3 Fuhren 38,2 Malter Korn, / am  30.11.1792 = 2 Fuhren mit 32 Malter Korn/ am 31.12.1792 = 5 Fuhren=71,4 Malter Korn/ und  am 14.12.1792 brachten 3 Fuhrleute mit je 2 Gespannen, = 6 Fahrzeugen insgesamt 78 Malter Hafer nach Worms. Dabei war immer der Müller Johannes Wohlgemuth aus Albisheim.  Sie hatten das Getreide jeweils aus herrschaftlichen Zehntscheune Albisheim. entnommen. Diese Transporte wurden von der Gemeinde mit 20 Kreuzer,  je Malter Korn honoriert. Die Albisheimer fuhren nicht allein, sondern immer in Kolonnen. Für die ersten vier Fahrten musste Albisheim allein für den Transport dieser 218 Malter (= je 117,876 Liter), Getreide = 436 Kreuzer = 7 Gulden und 26 Kreuzer aufbringen.

24.12.1792: an diesem Tag brachten 16 Albisheimer Fuhrleute Tierfutter nach Worms. 12 Wagen hatten je 10 1/2 Zentner Heu und 4 Wagen je 10 Zentner Kornschrot geladen.

Fortsetzung folgt: 1793 Versorgung franz. Truppen