Schlagwort-Archive: KL

1777: Carl Christian förderte die Wirtschaft

28.4.1777: Carl Christian förderte die Wirtschaft

Die wichtigsten Regeln:

Der Fürst  hatte eine beträchtliche Summe Geldes ausgesetzt, um einen Wetteifer zu erwecken, um zu Fleiß und Arbeitsamkeit aufzurufen und zu ermuntern

  1. Ein Dukaten für den Anbau des besten Klees
  2. Ein Carolin für die Ernte des meisten Klees
  3. Ein Carolin, wenn das Hornvieh während des ganzen Jahres im Stall verbleibt
  4. Ein Carolin für den Anbau des besten Hanfes
  5. Prämien an zwei Personen, die den meisten Hanf gesponnen haben, 1 Carolin für den Besten, ½ Carolin für den 2. Besten
  6. Prämien an zwei Personen, die das meiste Leintuch produziert und exportiert hatten. Ein Carolin für den Besten, ½ Carolin für den Zweitbesten
  7. Prämien von 1 und ½ Carolin an die zwei, nicht gelernten Leinenweber, die das meiste Leinentuch in ihrer eigenen Stube produziert hatten.
  8. Eine Prämie von 15 Gulden an den Mann, der das feinste Garn spinnen kann, Zehn Gulden an die Weibsperson, die gleiches kann.
  9. Zwei Belohnungen von je einem Dukaten an die Personen, die auf ihren Feldern von mindestens ¼ Morgen Größe den meisten Weizen und an den Bauern, der den feinsten Weizen erntete.
  10. Die Prämien sollen auf 3 aufeinander folgende Jahre gezahlt werden.

1793 Schlacht bei Kaiserslautern. 2. Tag

Zweiter Tag

Die Soldaten Amberts waren viele Stunden ununterbrochen auf den Beinen gewesen, bevor sie sich gerademal für zwei bis drei Stunden niederlegen konnten. Dann erreichte sie nachts um 2 Uhr der Befehl, nach Otterberg zu marschieren. Kurz nach Tagesanbruch kamen sie dort an. Am besten waren die Soldaten Huets dran, die sich nur wenige Kilometer hinunter ins Ruhetal zurückgezogen hatten.
Am nächsten Morgen überschritt General Dubois mit seiner Division bei Sambach wieder die Lauter. Er marschierte durch den Lauerhof nach Otterberg, um von dort aus die preußischen Truppen unter dem Oberst Szekuly mit leichtem Geschütz zu beschießen. Am zweiten Schlachttag nahmen etwa 20.000 franz. Soldaten teil. Ihnen standen auf der Hochfläche von Morlautern 7.500 preußische und sächsische Truppen gegenüber. Trotz der zahlenmäßigen Übermacht gab es keine Entscheidung zu Gunsten der Franzosen, obwohl sie gegenüber dem Vortag ihre strategischen Positionen etwas verbessert hatten.
Am 30. November (3. Schlachttag) fiel die Entscheidung. Hoche versuchte durch einen Zangengriff seiner Truppen die starke Stellung der Preußen und Sachsen zu nehmen. Die Truppen Huets kamen wieder aus dem schützenden Wald des Ruhetals hervor. „Es entwickelte sich sehr lebhaftes Infanteriefeuer“, aber der Angriff wurde blutig abgeschlagen.

Auf den Husarenäckern Kaiserslautern

Der erste Angriff war wieder gegen den rechten Flügel der Preußen gerichtet. Der damalige Generalleutnant (Generalstabsoffizier) Amberts, Molitor, der spätere Marschall, ging mit vier Bataillonen über Erlenbach und über den Buchberg gegen den Bornberg vor. Schon zur Deckung des Marsches Paillards ist wahrscheinlich der Buchberg frühzeitig besetzt worden und es ist wohl möglich, dass Molitor hier einige Vorpostentrupps zurückgedrängt hat. Nach Französischen Angaben hat Molitor beim Vorgehen einigen Widerstand gefunden. Von preußischer Seite sind darüber keine Angaben darüber Akten kundig.
Kurz nach Tagesanbruch glaubte der Herzog von Braunschweig, welcher soeben auf dem rechten Flügel bei dem Grenadier-Bataillon Rohdich eingetroffen war, zu bemerken, dass der Bornberg vom Feinde besetzt sei. Er ritt mit dem Obersten von Schlieden und dem Kapitän von Wussow vor, um sich hiervon zu überzeugen und befahl hierauf den beiden Sächsischen Bataillonen, Kurfürst und Anton, welche im zweiten Treffen auf dem rechten Flügel standen, die Höhe, es koste, was es wolle zu nehmen. Das Bataillon Rohdich sollte gleichzeitig auf Erlenbach vorgehen, einige Schwadronen der Regimenter Kurland, Karabiniers und Voß sollten die rechte Flanke decken.
General von Kalkreuth leitete den Angriff persönlich. Das Bataillon Kurfürst ging in erster Linie vor, das Bataillon Anton folgte als rechte Staffel
Die Franzosen leisteten auf dem Bornberg hartnäckigen Widerstand. Das in der Front angreifende Bataillon Kurfürst verschoss sich beinahe gänzlich. Dem Bataillons-Kommandeur, Obersten von Stammer wurde das Pferd unter dem Leibe erschossen. Er selbst und sein Adjutant wurden verwundet. Schließlich als sich die Einwirkung des Bataillons Anton geltend machte und auch Erlenbach vom Bataillon Rohdich besetzt war, wurde die Höhe genommen. Molitor nahm nochmals auf dem Buchberg Stellung. Ohne weitere Verstärkung abzuwarten, setzten die Sächsischen Bataillone den Angriff fort und nahmen auch diese Höhe. General von Kalkreuth wurde hierbei verwundet. Die Sächsische Militärkapelle (Tambours gingen links in Richtung Erlenbach und schlugen den Preußischen Grenadiermarsch.
Die Sachsen drangen dem zurückgehenden Feinde bis an den Rand des Otterbach-Tales nach. Auf dem Buchberg stellten sie einige Sächsische Geschütze und eine preuß. Bataillonskanone auf, die von dort die große franz. Batterie in die Flanke nehmen konnten.
Die Sachsen und Preußen hatten den Franzosen den linken Flügel gestutzt. Nun war die Verbindung zu Blücher und Rosboth frei. Der Austausch an Informationen, Mensch und Material konnte beginnen.

Den Franzosen ging die Munition aus

Gegen 11 Uhr machte sich bei der Französischen Artillerie der Mangel an Munition fühlbar, und nun begann ein offenbares Übergewicht der preußischen Artillerie. Der französische Oberbefehlshaber war außer sich. Er sah sich genötigt, den Rückzug zu befehlen. Der Herzog bemerkte das schwächer werdende feindliche Artilleriefeuer. Der Feind trat den Rückzug an. Der Herzog nutzte die Gunst der Stunde und ging er zum Angriff über. Er ließ die Schützen der Infanterie heraustreten und warf mit ihnen die vor der ganzen feindlichen Front ausgeschwärmten leichten Truppen in die Schlacht. Hinter den Schützen traten die Infanterie Bataillone an. Von allen Seiten brach nun die Kavallerie zur Verfolgung vor.

Blücher griff an

Blücher ritt mit seinen Husaren von Schneckenhausen in Richtung Sambach. „Er fasste den Entschluss, durch den Wald zwischen Schneckenhausen und Otterbach zu dringen, teils um den Feind zu beunruhigen, teils auch um ihn zu nötigen, mit Artillerie auf mich zu feuern, damit der Herzog dadurch erführe, wie nahe ich ihm sei“. „zu der Zeit, als bei Morlautern die Entscheidung eintrat, war Blücher beim Lauerhof von der Brigade Simon mit Artilleriefeuer begrüßt worden. Doch um 11 Uhr ging den Franzosen die Munition aus und der Herzog befahl den Gegenangriff. Blücher erhielt zusätzlich zwei Eskadrons des Leibregiments und griff die zurückflutende Infanterie bei Sambach an, die im Begriffe war, die Brücke zu überqueren. Der französische Befehlshaber behielt klaren Kopf und ließ Truppen in Viererreihen (4 Mann en linie) in Stellung gehen, um den Reiterangriff abzuwehren. Die Franzosen fielen auf die Finte der fliehenden Reiter rein und verfolgten die abreitenden Husaren. In diesem Moment fielen die Reiter des Leibregiments in die feindliche Flanke. „Diesen Augenblick nutzte ich; ich rief meinen Leuten zu „kehrt euch um“ und sie, voll Zutrauens, befolgten sogleich meinen Befehl Ich stürzte mich mit ihnen in unsere außer Fassung gebrachten Gegner und diese wurden nun völlig über den Haufen geworfen. Der Feind wurde mit ansehnlichem Verlust durch Sambach durch und bis über die Lauter gejagt. Jetzt erhob der Feind eine äußerst heftige Kanonade, die er bisher hätte anwenden können, weil ich noch mit dessen Kavallerie im Handgemenge war. Ich zog mich bis auf eine Kanonenweite zurück. Überhaupt war der Verlust auf unserer Seite sehr gering. Der brave Oberstleutnant von Esebeck (vom Ingweilerhof) bekam eine leichte Kopfwunde.

Blücher schreibt in seinem Tagebuch:
Ich kann behaupten, dass ich fast nie einem verwickelteren Gefechte beigewohnt habe, als dieses war. Umso mehr freute ich mich, dass es so glänzend zu unserem Vorteil ausschlug. Einer unserer Offiziere, der Leutnant von Katzler riss mich durch seine Warnung aus der augenblicklichsten Gefahr. Es befand sich nämlich ein feindlicher Offizier in dem Hohlweg am Lauerhof mit der gespannten Pistole hinter mir. Leutnant von Katzler rief mir zu und mein gutes Pferd sprang mit wenigen Sätzen aus der Gefahrenzone. Mein Verfolger fand selbst den Tod.“
„Der Feind erlitt auf dem Rückzug nicht unerhebliche Verluste, seine in Unordnung geratene Kolonne vermischte sich am Lampertsmühlen- Hofe mit einer zweiten, welche aus dem Otterbachtal zurückkam. Die Französische Kavallerie machte der abziehenden Infanterie durch einen glücklichen Vorstoß Luft“. „Wenn nach den preuß. Berichten auch bei dem Zusammenströmen eine ziemliche Unordnung entstanden ist und viele Franzosen in die Lauter springen mussten, so ist der Rückzug im Ganzen doch mit Geschick und Ruhe ausgeführt worden. Der später berühmt gewordenen Blücher schrieb: „mit mehr Ordnung, als ich ich (mir) jemals gedacht hätte“ (S. 362 ff, die Schlacht bei Kaiserslautern, heraus., vom Großen Generalstabe, Abtheilung für Kriegsgeschichte, Ernst Siegried Mittler und Sohn, Berlin 1893). Der Verlust an Menschen und Material war für beide Seiten groß. Die Preußen und Sachsen hatten etwa 900 und die Franzosen 2.300 Gefallene zu beklagen, die teilweise in Massengräbern auch in der Nähe des Morlauterer Schlachtenturms beerdigt wurden. Auch Einzelschicksale sind bekannt. Am 1. Dezember starb Hauptmann Steinsdorf an einer Wunde, die er sich in der Schlacht „bey dem hiesigen Galgenberge empfangen hatte“. Und wurde am 2ten Dec von Insp. Pauli mit einer Standrede beerdigt“ Hauptmann Steinsdorf gehörte übrigens dem preußischen Regiment Viettinghoff an. (Eugen Reis, Kaiserslautern im 18. Jahrhundert, Band 2, S. 1049)