Schlagwort-Archive: Jeanbon St. André

Präfekt François Joseph Rudler brachte wichtige Reformen auf dem Weg

1795: Baslervertrag
Die Preußen hatte die Schnauze voll, für andere Fürsten die Eisen aus dem Feuer zu holen

1795-f

Diese Schlachten 1792 – 94 kosteten die Preußen rund 200 Millionen € & 20.000 Soldaten, ohne dass dieses Königreich einen Vorteil davon gehabt hätte!

  • Folge: die Preußische Regierung war es leid, so viel Geld und Männer für andere Grafen, Fürsten und für Österreich zu opfern. Preußen hatte ganz andere regionale Interessen. Über Dritte vereinbarten die Preußen mit dem franz. Direktorium  Geheimgespräche, um elegant aus dieser Kriegsfalle heraus zu kommen

mainz-4

mainz-5

5.4.1795: Friedensvertrag von Basel, zwischen der Franz. Republik und dem Königreich Preußen

  • Am 5. April 1795 einigten sich Frankreich, vertreten durch den Marquis und Direktionsmitglied Marquis de François Barthélémy und der preußische Staatsminister Karl August von Hardenberg, Jeder befand sich in seiner eigenen Basler Unterkunft, im Roßhof bzw. dem Markgräflerhof, Beide verhandelten schriftlich und die Papiere überbrachte der Stadtschreiber Peter Ochs, der wesentlichen Anteil am erfolgreichen Vertragsabschluss hatte. In dem Vertrag überließ Preußen als deutsche Führungsmacht den Franzosen das linksrheinische Gebiet und erhielt in einem Geheimartikel das Versprechen, dass es rechtsrheinisch entschädigt würde.
  • Während der Friedensverhandlungen in Basel wurde zudem Marie Thérèse Charlotte de Bourbon, die Tochter des 1793 geköpften französischen Königs Ludwig XVI., gegen eine Gruppe von Franzosen ausgetauscht, die in Belgien von österreichischen Truppen gefangen genommen worden waren.

    Was passierte 1794 – 1797

  • Französische Truppen besetzten und plünderten bis zum Herbst 1796. Die Adeligen flohen hinter den Rhein und kehrten nie wieder zurück.
  • 1796: das Pariser Direktorium ernannte

    François Joseph Rudler

    zum Regierungskommissar der Rheinarmee, der verantwortlich für das ganze linksrheinische Gebiet wurde.

  • Rudler setzte durch: Am 4.11.1797 gliederte der franz. Staat die eroberten linksrheinischen Gebiete in sein Mutterland ein und Rudler wurde mit der Mammutaufgabe der Neuorganisation beauftragt.
  • Rudler machte daraus 4 Départementsmainz-6

François Joseph Rudler * 9.9.1757 Guebwiller, † 13.11.1837 Straßburg

im Herbst 1796 wurde er Regierungskommissar bei Rhein-Armee und der Mainz-Armee. Am 4.11.1797 erfolgte seine Ernennung zum Regierungskommissar.  Er setzte die Eingliederung des linksrheinischen Gebietes in das Französische Staatsgebiet durch, wodurch die zahlreichen Plünderungen, Morde  & Vergewaltigungen der franz. Revolutionäre hier in der Pfalz endeten. Es entstanden 4 neue Départements, u. a. das Departement Donnersberg mit Sitz in Mainz. Am 11.5.1798 führte Rudler das Zivile Standesamt ein, das allen Bewohnern die volle  Bürgerrechte brachte.  Insgesamt waren fast 30 Gesetze und Verordnungen notwendig, damit die Ehescheidung, Anerkennung “unehelicher” Kinder, Bürgerrechte der Juden etc. umgesetzt werden konnten. Zur Sicherstellung der allgemeinen franz Wehrpflicht mussten die alten Kirchenbücher bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung abgegeben werden.

ab 1.1.1801 wurde Rudler Präfekt des Département Finestère. Sein Nachfolger: Jeanbon de St. André

Fahnenflucht und harte Strafen

Brutale Strafandrohung durch den Präfekten Jeanbon  St. André

  • In Gemäßheit der Gesetze vom 17. Ventôse achten (= 8.3.1800),
    6. Floréal elften (= 26.4.1803) und des kaiserlichen Dekrets vom
    8. Fructidor dreizehnten Jahres (= 26.4.1805) , wird ein jeder Konscribierten (Wehrpflichtiger), welcher zum Marschieren aufgerufen wird und sich nicht stellt oder sich stellt, aber auf dem Wege zur Korps desertiert, vom Tribunal in erster Instanz seines Bezirks zu einer körperlichen Strafe und nebst dieser zu einer aus seinem eigenen Vermögen oder der seiner Eltern zu entrichtender Geldstrafe von 1.500 Franken verurteilt
  • Das Gesetz vom 28. Nivôse siebenten und das Dekret vom 8. Fructidor dreizehnten Jahres erkennen eine Strafe von 300 bis 1.000 Franken gegen jeden Arzt oder Chirurgen, jeden bürgerlichen Beamten und gegen jeden Ober- und Unteroffizier der Armee, welche falsche Gebrechen attestieren oder für Untersuchungen oder sonstige Verrichtungen Geschenke annehmen. Zu meinem größten Missvergnügen habe ich wahrgenommen, dass viele Konscribierte mit lügnerischen Zertifikaten von den Bürgermeistern und Munizipalräten versehen waren, die ihnen falsche Gebrechen bezeugten  Man wird zukünftig mit größter Strenge dagegen verfahren
  • Hinweis: Nachdem die Pfalz bayrisch wurde, übernahm die bayrische Verwaltung auch dieses franz. Gesetz, was zur massiven Auswanderung nach Amerika führte.

Wehrpflicht, Kriegsdienst

Die franz. Wehrpflicht & die Kriege von Detlef Uhrig

  • Die Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht hätte ja auch Vorteile haben können. Aber die vielen berühmten „heroischen“ Napoleonischen Schlachten & Kriege verschlangen hunderttausende junger Männer. Das eventuell traurige & elende Schicksal vor Augen, in Spanien, Italien oder im Osten scheußlich zu verrecken, das konnten und wollten viele nicht aushalten, zumal die Liebe zur französischen Nation noch sehr schwach entwickelt war. Da die Kriegsdienstverweigerung und die Fahnenflucht in ganz Frankreich, nicht nur im Donnersbergkreis massiv zunahmen, erließ der französische Kriegsminister am 11.1.1807 ein verschärftes Gesetz, das die Bestrafung der „Widerspenstigen Conscribierten“, ihrer Hehler und Mitschuldigen erleichterte, bzw. beschleunigte. Der Präfekt Jeanbon St. André schreibt in seinem Erlass auf Seite 3, dass bis Ende Juni 1809 allein in unserem Departement Donnersberg 5.000 Wehrpflichtige sich ihrer Verpflichtung entzogen hätten

Brutale Strafandrohung durch Präfekt Jeanbon St. André

  • In Gemäßheit der Gesetze vom 17. Ventôse achten (= 8.3.1800),
    6. Floréal elften (= 26.4.1803) und des kaiserlichen Dekrets vom
    8. Fructidor dreizehnten Jahres (= 26.4.1805) , wird ein jeder Konscribierten (Wehrpflichtiger), welcher zum Marschieren aufgerufen wird und sich nicht stellt oder sich stellt, aber auf dem Wege zur Korps desertiert, vom Tribunal in erster Instanz seines Bezirks zu einer körperlichen Strafe und nebst dieser zu einer aus seinem eigenen Vermögen oder der seiner Eltern zu entrichtender Geldstrafe von 1.500 Franken verurteilt,
  • Das Gesetz vom 28. Nivôse siebenten und das Dekret vom 8. Fructidor dreizehnten Jahres erkennen eine Strafe von 300 bis 1.000 Franken gegen jeden Arzt oder Chirurgen, jeden bürgerlichen Beamten und gegen jeden Ober- und Unteroffizier der Armee, welche falsche Gebrechen attestieren oder für Untersuchungen oder sonstige Verrichtungen Geschenke annehmen. Zu meinem größten Missvergnügen habe ich wahrgenommen, dass viele Wehrpflichtig (Konscribierte) mit lügnerischen Zertifikaten von den Bürgermeistern und Gemeindelräten versehen waren, die ihnen falsche Gebrechen bezeugten Man wird zukünftig mit größter Strenge dagegen verfahren.

 

  • Nachteil des franz. Gesetzes: reiche Familien konnten ihre Söhne von der Wehrpflicht freikaufen = Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz