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1876: Einführung der Reichsmark

Einführung der Reichsmark, Währungsumstellung in Bayern

Zum 1. Januar 1876 führte das Deutsche Reich auf seinem Staatsgebiet  die Reichsmark ein, die im Königreich Bayern den Gulden ablöste. Gulden AD

1876: die neue Währung: die Mark

Für 100 Gulden gab es 171,14 Reichsmark.

Vor der Umstellung verdiente ein guter Facharbeiter pro Tag Ende 1875 in Albisheim  knapp einen Gulden, danach hätte es  rein theoretisch 1,71 RM sein müssen.

Die Tagelöhner bekamen Ende 1875 von der Gemeindeverwaltung 56 X, zum Teil einen Gulden = 60 X ausbezahlt. Bereits einen Monat später, im Januar 1876  honorierte  die Gemeinde Albisheim den Arbeitseinsatz ihrer Tagelöhner aber nur mit 1,37 RM,  was umgerechnet in 1875 = 48 Kreuzer gewesen wären. Dies war eine glatte Lohnkürzung! Welche Gründe dafür vorlagen, sind unbekannt!

Aber wie sah die Währungsumstellung bei den Festangestellten aus? Wurden die Gehälter korrekt umgerechnet? Beispielhaft ist die Gehaltsabrechnung des Lehrers Johannes Dern in dem Gemeindebudget des Jahres:

  • Grundgehalt 309 fl 30 X mal Faktor 1,7114 = 530, 52 RM (unerhebliche Kürzung von 0,52 RM),
  • Zuschuss aus dem Staatsfonds 99 fl 15 X mal 1,7114 = 170,25 RM, tatsächlich bekam Dern 178,65 RM (leichte Erhöhung);
  • Dienstalterszulage 200 fl mal 1,7114 = 342,28; Joh. Dern bekam aber 360 RM, die Erhöhung ist wohl auf die nächst höhere Dienstaltersstufe zurück-zuführen!
  • Teuerungszulage von 50 fl mal 1,7114 = 85,57 wurde fast korrekt mit 85,75 RM ermittelt!
  • Statt dem Wohngeld von 100 fl erhielt Dern jetzt 171,43 RM

Resümee: Lehrer Dern bekam statt der errechneten 1.300 RM nun 1.325,83 RM, was im Wesentlichen durch die Einstufung in die nächst höhere Dienstaltersgruppe bedingt worden war. Auch Lehrer Andreas Müssel war in die höhere Dienstalterstufe hinein gerutscht!

Exkurs: Die Gemeinde Albisheim erwarb 1876 bei der Buchhandlung Conrad Ruff[1] in Kibo: für die „Oberschule“ Bopp, physikalischer Apparat für 35 M und von Bruckner eine Deutschlandkarte für 8 Mark. Die Unterklasse bekam einen Setzkasten und 1 Lehrgestell für zusammen 10,12 Mark!

[1]) Ruff  Konrad (Conrad),  * 16.1.1804 in Kaiserslautern,  Buchbinder in Kibo,  S. d. am 6.12.1813 in Kaiserslautern † Buchbinders Franz Ruff  und der am 13.12.1830 daselbst † Charlotta geb. Cron;  die Großeltern:  Johann Michael Ruff, u. Christiana Sophia geb. Liebeck, in Heidelberg;  die mütterl. Seite:  Abraham Cron, u. Christina geb. Späth, beide in Kaiserslautern.  Heirat oo am 23.4.1835 mit Susanna Barbara, geb. Schiffmann,  * 11.7.1806 Kibo,  († 4.3.1869)    T. d. am 22.1.1810 verstorbenen Uhrmachers, Gastwirts u. Stadtrats, Konrad Schiffmann, u. Susanna Barbara geb. Gerheim, von Kibo;  Conrad Ruff starb am 18.3.1878 in Kibo

1797: Francs beseitigt altes Münzchaos

Einführung der Assignaten, dann Francs

von Detlef.Uhrig@t-online.de

Bei der Bearbeitung des umfangreichen Themas konnte ich auf die Münz- und Geldsammlung meines Freundes zurückgreifen. Allerdings hatte er kein Geldstück aus der Napoleonischen Zeit. Wir wären dankbar, wenn Sie uns per email ein Foto zuschicken könnten, das werden wir mit Namensnennung des Einsenders veröffentlichen. Die unten genannten vor revolutionären Währungen stammen alle aus den digital erfassten “Viehhandelsakten

Das frühere Finanzchaos bis 1797,

Hauptmünze war der Gulden ( = fl): etwa 60 % der Geldgeschäfte wurden mit ihm abgewickelt. Der Gulden = fl = hatte 60 Kreuzer, oder 30 Albus.

Kreuzer = 1 X;

  • Kleinster Münzwert. Dafür bekam man in 1768 eine Bretzel, bzw. einen Königsweck mit einem Gewicht von 12 Loth = 175 Gramm. Ein junger Tagelöhner bis 21 Jahre alt – Voraussetzung war die Konfirmation – bekam pro Arbeitstag 12 x.

 

Der Konventionsthaler

durch Vertrag, Konvention von 1753 von Österreich und Bayern erhielt er eine weite Verbreitung im Südwesten. Zudem war die Grafschaft Falkenstein mit dem Oberamt Winnweiler österreichisches Herrschaftsgebiet! Er hatte den Wert von 1 Gulden und 30 X.

Der “Neue Thaler”

1788 eingeführt nach der Thronbesteigung des Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg, wurde auch Großer Thaler genannt. Wert 2,5 Gulden oder 2 Gulden und 30 Kreuzer

  • Die Zechine

  • Caroline (Carlin) Wert = 11 Gulden

Der Laubthaler = franz. Silbermünze bis 1790,  genannt wegen des Lorbeerkranzes um das Bourbonen – Wappen

 

Silbermünzen von 1760 und 1783, Wert entsprach 2,5 Gulden oder 2 Gulden und 30 Kreuzer

 

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