Mord im Seniorenhaus Lambrechtertal, Lambrecht

In Lambrecht ist der Teufel los,  Quelle SWR-Nachrichten

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz und die Staatsanwaltschaft Frankenthal teilten am Mittwoch mit, dass der Haftrichter am Amtsgericht Frankenthal gegen eine Frau und einen Mann, die beide in dem Seniorenwohnheim als Pflegekräfte gearbeitet haben, Haftbefehle wegen Mordes erlassen hat. Das Duo sei bereits zwei Tage vor Heiligabend festgenommen worden – es sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die Polizei hatte in dem Seniorenheim zunächst gegen drei Pfleger wegen möglicher Misshandlungen ermittelt. So soll eine 26-Jährige einer dementen Frau mehrfach ins Gesicht geschlagen und sie mit verschiedenen Gegenständen beworfen haben. Die Misshandlungen sollen sich zwischen Dezember 2015 und Mai 2016 ereignet haben.

Überdosis Insulin

Gegen zwei Mitarbeiter, die 26-Jährige aus dem Kreis Bad Dürkheim und einen 23-Jährigen aus dem Kreis Südliche Weinstraße, habe sich dabei außerdem der Verdacht ergeben, im Dezember 2015 eine 85-jährige Bewohnerin getötet zu haben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Frau eine Überdosis Insulin verabreicht. Nachdem die Patientin nicht sofort verstarb, soll der 23-Jährige die Seniorin erstickt haben. Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, werde nun geprüft, ob noch weitere Senioren in dem Heim getötet wurden. Dabei würden Todesfälle überprüft, bei denen man bis jetzt von einer natürlichen Todesursache ausgegangen war.

Stiftung Patientenschutz nimmt Stellung

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz in Dortmund, Eugen Brysch, sagte: “Nirgendwo ist es so leicht zu töten wie in Pflegeheimen. Wo der natürliche Tod alltäglich ist, fallen Mörder kaum auf”. Meistens seien es andere Pfleger, denen die Taten auffallen würden. Er forderte eine “Kultur des Hinschauens”. Sinnvoll wären externe Stellen, an die sich die Pfleger bei einem Verdacht anonym wenden könnten.