Emigration to America in the 19th century

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Emigration managed by Joh. Christian Müller * 22.10.1774, died 8.2.1850 ( # 13961)

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Inserat im Nordpfälzer Wochenblatt vom 3.4.1869

# 1283: Avril Christoph Anton * 30.2.1808, betrieb das Reisebüro für Amerika in Kibo und Worms

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Passerteilung

Doch wie kamen die Auswanderer zu den begehrten Pässen? „In Gemäßheit nach § 23 der allerhöchsten Verordnung[1] vom 17. Dezember 1829 stellte der Untertan dann sein Gesuch um die Erlaubnis zur Auswanderung beim Bürgermeisteramt Albisheim“. Der Gemeindeschreiber leitete das Schreiben an das Königlich Bayerische Bezirksamt Kirchheimbolanden weiter. Das Bezirksamt prüfte in die Angaben des Bürgermeisteramtes, vor allem ob der Antragsteller die  Gewerbe- und Grundsteuer bezahlt und die Umlage für den Dorffassel (Dorfstier) entrichtet hatte. So hatte der Auswanderer erstmals noch 2 Gulden zu zahlen, ein hoher Betrag, an dem bereits die legale Ausreise scheiterte.   Die Männer durften sowieso erst nach Ableistung des Militärdienstes  ausreisen, wenn sie nicht aus gesundheitlichen oder anerkannten anderen Gründen „militärfrei“ gestellt waren.

Leistung des “Reisebüros”  Christoph Avril ( # 1283)

Die Kosten betrugen 48 Gulden pro Person, viel Geld. Die meisten Auswanderer verkauften ihr Vermögen, Hausanteil etc. um das viele Geld zusammen zu bekommen. Sie brachen die Brücken hinter sich ab. Zurück blieben Tränen, Erinnerungen.

Der Reiseagent Avril stellte immer große Reisegruppen zusammen, um seine Kosten zu senken und um profitabel zu arbeiten. Denn die Reisegruppen wurden von einem “Conducteur” begleitet, der von Station zu Station die Gruppe begleitete,  bis die Auswanderer endlich im Ziel-Hafen ankamen. Der letzte Begleiter erledigte alle Formalitäten mit dem Kapitän, händigte ihm den Reisepreis aus  und kassiert sicher noch eine schöne Provision. .

Im Reisepreis von 48 Gulden je Erwachsenem waren die Anreisekosten ab dem Rheinhafen Bingen, die Überführung, das Einchecken etc. inbegriffen. Für die Verpflegung hatten die meisten Reisenden selbst zu sorgen. Ab Köln konnten die Reisenden ab 1845 auch den Zug nach Le Havre nehmen, um Zeit zu gewinnen. Die Reise dauerte insgesamt 30 – 35 Tage. Wöchentlich einmal ging ein Postschiff nach New York ab. Der Agent lobte die bequeme innere Schiffsausstattung, die den Reisenden eine angenehme Reise versprach. Alle 10 Tage segelte auch ein Dreimaster nach New Orleans. Diese Schiffs-Reise dauerte 1846 immerhin 56 Tage[1]. Diese Reisebüros, damals Agenten (Agenturen) genannt, versicherten auch gegen eine kleine Gebühr das Reisegepäck bis nach New York. Die Auswanderer konnten kostenlos Gepäck bis zu 100 kg (damals 2 Zentner genannt) mitnehmen, wobei wohl ein Großteil auf haltbar gemachte Lebensmittel wie geräuchertes Wurst- und Fleischwaren, aber vor allem auf Trockenobst entfiel.

[1] ) Die obige Verordnung wurde geändert: Artikel 2 vom 18. Februar 1854 im Amtsblatt 1854, Abl N° 14

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