# 11113 Kalbfuß Joh. Jacob

# 11113  Kalbfuß Joh. Jacob, * 15.8.1697 in Alzey, † 13.5.1775 in Kibo

Johann Jacob Kalbfuß wohnte in der Vorstadt, in dem Gebäude, wo heute in 2016 das Schuhhaus Göbel seine Verkaufsstätte hat. Diese Lage war äußerst günstig und machte dem bisherigen Posthalter Leininger heftige Konkurrenz, der die “Metzgerpost” betrieben hatte.

Auf eindringliche Wünsche des Fürsten Carl August von Nassau- Weilburg,  des  Kurfürsten von der Pfalz und dem Herzog von Zweibrücken  erteilte der Kaiser 1738 dem Fürsten Turn & Taxis  das Privileg, entlang der Linie Alzey, Kibo, Kaiserslautern, Homburg und Saarbrücken die Poststrecke  einzurichten. Es dauerte zwei Jahre bis  die geeigneten Posthalter- Stationen gefunden waren, dies war in Kirchheimbolanden  das Gebäude des Joh. Jacob Kalbfuß, der rechts vor dem Vorstadtturm ein geräumiges Anwesen mit Hoftor, Scheune , Stallungen nachweisen konnte.  Ab 1740 etwa dürften die ersten Kutschen dann gefahren sein. Mit dem Ende des Polnischen Erbfolgekrieges war wieder Friede auf dem Kontinent eingekehrt und die Reisenden konnten problemlos bis nach Paris fahren.

Durch diese Postkutschen-Verbindung war die neue Residenzstadt Kirchheimbolanden mit den zerstreut  liegenden Staatsgebieten des Fürstentums Nassau- Weilburg zeitgemäß gut angebunden. Diese Vorstadt Lage war hervorragend. Zum einen konnten die Gäste abends in der Poststation Kalbfuß einkehren, zum anderen war auch während des Tages ein kurzer Stopp von wenigen Minuten möglich, damit die Gäste ohne große Verzögerung ihr Tagesziel hätten noch erreichen können. Joh. Jacob Kalbfuß erhielt den Titel „Kaiserlicher Reichspostverwalter“. Diese Poststation dürfte seinem Gasthaus „ Zum Schwarzen Adler“ zusätzliche Einnahmen beschert haben.

Nach seinem Tod am  13.5.1775 übernahm sein Sohn John Philipp Kalbfuß, * 16.4.1734, - Bäckermeister, Gastwirt-  Gasthaus und die Poststation.

# 11114: Joh. Philipp Kalbfuß * 16.4.1734, † 15.11.1811, Posthalter

Joh. Philipp Kalbfuß hatte auf seiner- damals üblichen – Wanderschaft noch als Bäckergeselle seine Braut Maria Eleonora Röder aus Waldenburg kennengelernt, die er am 28.1.1766 in Kibo heiratete. Das Ehepaar bekam 9 Kinder; das 9. Kind: Amalia Christina Kalbfuß * 19.3.1781 .

1768 – 1770: erfolgte der Abriss der Stadtmauer vom Vorstadtturm bis zum alten Schloss und dem anschließenden Bau der „Kavaliershäuser“. Die neue Straße „Alleestraße“ ermöglichte den Reisenden die Umgebung der Stadt, verkürzte die Fahrzeit.   denn nun brauchte die Postkutsche  sich nicht mehr durch die engen Straßen und Tore quälen.

Die Franzosenzeit: Die Familie Joh. Philipp Kalbfuß stellte sich sehr schnell auf die veränderte politische Situation ein und marschierte mit. Sehr positiv für die Familie Kalbfuß war, dass die jüngste Tochter Amalia Christina Kalbfuß * 19.3.1781 am 10.11.1799 Pierre Raclat, * 2.10.1774 in Joigne heiratete, Sohn der Bäckersleute Jaques Raclat und der Arienne, né Garnant. Pierre Raclat war Capitain der französischen Truppen, kam aber nach der Schlacht von Leipzig nicht mehr nach Hause nach Kibo. Die Eheleute Philipp & Maria Eleonora Kalbfuß starben innerhalb von 2 Tagen, Eleonora † 13.11.1811, Philipp Kalbfuß † 15.11.1811.

Nachfolger wurde der Sohn Carl August Kalbfuß * 30.1.1778, oo 9.5.1801 Johanna Maria Pfannenbecker * 12.1.1777 Flomborn. Das Gebäude der Poststation wurde am 22.1.1819 allerdings versteigert: „Carl Kalbfuß ließ dieses Gebäude an den Meistbietenden versteigern. Gez. Neumayer, Notar.“  Hintergrund war die veränderte politische und wirtschaftliche Situation. Das Königreich Bayern hatte die Brief-, Paketpost von der gelben Fahrpost, den späteren Postbus-Linie getrennt, die dem  Unternehmer Joh. Theobald Ritter * 5.6.1792 in Frankenstein( # 16440 übertragen wurde .

 

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