Archiv der Kategorie: Verordnungen

1738 – 1811: die Reformierten Pfarrer, von Detlef Uhrig, vgl. Biundo

Berufung der Reformierten Pfarrer in Kirchheimbolanden in der Peterskirche: von Detlef Uhrig, siehe auch Biundo.

  1. Johann Abraham Müller, Pfarrer in Kibo von 1738 – 1741; * in Weinheim an der Bergstraße, oo in Enkheim oo 6.5.1738 Susanna Elisabetha Kling, Tochter des Ratsherren in Heidelberg Johann Peter Klein,  (Biundo # 3617)

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Feuer- Bau- und Brandordnung von Detlef Uhrig und Rebekah Brand

Die Feuer- Bau- und Bauordnung vom 17.4.1751

von Detlef Uhrig und Rebekah Brand

Diese 35 seitige Verordnung wurde von Nicolaus Ludwig Winckler gedruckt und dann laut Beschluss des Fürsten Carl August veröffentlicht. Diese Verordnung regelt umfassend viele Aspekte des Feuerschutzes eines neuen Wohnhauses und der allgemeinen Sicherheit.  Siehe die Power Point  Präsentation unter History, dort Feuer

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15.6.1770: Verbot von Lotto, alle Hazardspiele und alle Glücksspiele

Lotterien im 18. Jahrhundert

Der Lebemann Giacomo Casanova initiierte 1751 die franz. Lotterie, System 5 aus 90. Casanova bekam dadurch Millionen, die er aber schnell verjubelte. Im gleichen Jahr gründete Maria Theresia die österreichische Lotterie, Lose wurden über Winnweiler, Falkenstein auch nach Kibo und Umgebung verkauft.

Bild aus dem Internet: 1771 wurden in Braunschweig öffentlich die Gewinner der Lotterie gezogen.

Hazard-Spiele, Spiel mit 2 Würfeln

Wir sehen, die Stimmung war sehr gut. Es machte Spaß zusammen der Spiellust zu frönen. Aber die Gefahr war riesig, dabei alles zu verlieben. Michael Kägy war als Angeber bekannt, seine Kutsche wurde nur von Schimmeln gezogen. Man kann sich gut vorstellen, dass er sich vom Knecht kutschieren ließ, dort selbstbewusst, protzend auftrat und dann so nach und nach 7.000 Gulden verspielte, 2.000 Gulden mehr als sein ganzes Vermögen.  Ihn ereilte die Strafe und der soziale Absturz war vorprogrammiert. .

15.6.1770: Fürst Carl Christian verbot alle Glücksspiele

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Nachdem wir in zuverlässige Erfahren bringen mussten, dass …. In unserer Residenz-Stadt Kirchheimbolanden, die Land verderbliche Hazard-Spiele in Schwung gehen, wodurch mancher sein sonst sauer erworbenes Vermögen stündlich auf die Spitze der Zugrunderichtung und alle Augenblicke der Gefahr einer gänzlichen Verarmung sich aussetzt, wie z. B. Michael Kägy. …….

Da wir noch außerdem höchst missfällig vernehmen müssen, wie sich reiche und arme, hohe und niedere Bewohner und Untertanen unserer Landen verleiten lassen, in fremde und auswärtige Lotterien und Lotto einzulegen, einen gewissen Teil ihrer Habschaft auf einen ganz unsicheren Glücksfall, der unter Tausenden kaum einen trifft, zu wagen und sich unvermerkt in den tiefsten Missstand zu versenken

I. So befehlen wir: es sollen alle und jede Hazard-Spiele, sie mögen Namen haben wie sie immer wollen, keines ausgenommen, es mag noch so niedrig gespielt oder durch irgendein Commerz-Spiel verlarvt und verdeckt werden, auf immer aus unseren Landen und alle unseren Ämtern dergestallt verbannt sein, dass wer sich von nun an verleiten lässt …. In seinem Haus ein derartiges Hazard-Spiel duldet, wird mit einer festen Strafe von 100 Reichsthalern belegt. Dem Anbringer (Denunzianten) erhält aber die Hälfte davon.

Jede einzelne Person, die bei einer solchen Spiel-Partie gewesen und als mitspielend glaubhaft angezeigt werden kann, soll ebenfalls zu einer Strafe von 50 Gulden verfallen sein

2. Allen und jedem unserer Untertanen soll nicht nur bei Vermeidung unserer höchsten Ungnade hiermit verboten sein, in fremde und auswärtige Lotterien, Lotto, Glückshäfen und dergleichen, es sei viel oder wenig eingesetzt, sondern es soll auch derjenige, der trotz unseres höchsten Verbots sich hat überreden lassen, so sollen sie mit willkürlicher Geld- oder Leibesstrafe belegt und der ihnen zu Teil werdende Gewinn aber konfisziert sein und werden.

12.7.1770: Rundschreiben zur  obigen Verordnung. von dem Fürstlich Nassau-Saarbrücken Präsident, Direktor und Kaiserlicher Rat, Hans Weinrich:

Präsident Direktor Herr Hans Weinrich schrieb:  “Nachdem Fürst aus eigener gnädigsten Bewegung heraus, unterm 15ten vorigen Monats beiliegende Verordnung gegen die Hazard- Spiele und auswärtigen Lotterien ergangen – und durch den Druck bekannt gemacht machen zu lassen, Ihn bewogen gefunden und dann sicheren Vernehmen nach, da der ein andere Geistliche nicht nur Geld in auswärtige Lotterien eingelegt, sondern sich wohl mit Collection (Sammlung) von dergleichen befasst oder auf eine andere Art interessiert hat. Also übersenden wir Euch 20 Exemplare zur eigenen Beachtung und die anderen Exemplare den Euch untergebenen Schulmeistern zur ebenmäßigen Beachtung zuzustellen. . Und erwarten wir über den Empfang dieses Exemplares mit eines jeden Unterschrift zurück.Bestätigt Kirchheim, den 15.7. , Pfarrer Liebrich, Morschheim den 16.7.1770 Machwirth und Bischheim, den 17.7.1770 Pfarrer Leibrich

Michael Kägy verspielte sein Vermögen:

Johann Michael Kägy, Mennonit, * um 1740, hatte in Kirchheimbolanden 7.000 Gulden verspielt. Sein Vermögen wurde gepfändet und am 15.5.1772 versteigert.  Unter den Hammer kamen 23 Äcker in der Gemarkung Albisheim mit einem Gesamterlös von 3.014 Gulden, die nachstehenden Albisheimer ersteigerten diese Äcker.

Da diese Zwangsversteigerung ZV die Gläubiger nicht befriedigte, kamen auch Haus und Hof unter den Hammer. Dies war das sogenannte Faustisch-Strombergische Erbbestandsgut in Albisheim. das für 2.000 Gulden Frankfurter Währung den Eigentümer wechselte. Neuer Eigentümer wurde die Familie Johannes Bürcky,

Aus den Versteigerungsunterlagen geht nicht hervor, wer Gläubiger war und deshalb den Versteigerungserlös für sich beanspruchte. Dies könnten eventuell Unterlagen aus Kibo belegen. Es ist auffallend, dass die Familie des Freiherrn von Geispitzheim um diese Zeit aus Kibo wegzog und ihr prächtiges  Gebäude in der Schloßstraße von Herrn Chormann erworben wurde, der daraus das Gasthaus zum Weißen Roß machte. .