Archiv der Kategorie: Fürst Carl August 1719 – 1753

1751: Pflichten eines Schornsteinfegers

Die Pflichten eines Kaminkehrers: klick und siehe das heitere Video mit Stan Laurel and Oliver Hardy

  • § 26:   Die Rauchfänge, Kamine und Schornsteine sollen jeden Herbst und Frühjahr wohl geputzt und der Schornsteinfeger darauf verpflichtet werden, dass er dabei die Feuerstätten und Schornsteine überprüft, ob sie Löcher, Sprünge und Ritzen, oder sonst einen Mangel haben, z.B. auch zu geringe Weite, Er soll alles visitieren und notieren und den Hausbesitzern, als auch unseren Beamten und Schultheißen alle Mängel zur schleunigen Kontrolle  und Behebung anzeigen. Dem Schornsteinfeger ist eine Liste mit seinen einzuhaltenden Pflichten auszuhändigen, die er immer abarbeiten muss. Sollte durch die Schuld oder Fahrlässigkeit des Kaminkehrers ein Brand entstehen, so soll er “nachdrücklich bestraft” werden.
  • § 39 Bauordnung:  Alle Brandstätten sind mit Mauerwerk wohl zu errichten und  die Schornsteine sind mit getrocknetem Lehm auszukleiden, so viel wie möglich und nach Proportion der Last und Gebäude  tunlich gelegten Steinen, auch räumlich, dass der Schornsteinfeger füglich durchfahren und putzen könne, nicht aber auf Balken ruhend, also erlaubt werden sollen, damit weder Holz nach Balken nahe bei dem Schornstein in den Mauern sich befinden.
  • Der damalige Schornsteinfeger in Kibo war Joh. Carl Daniel

1751: Fürst Carl August verbot den Bau von Fachwerkhäusern

 Fürst Carl August verbot den Bau von Fachwerkhäusern,

 

Carl August, Fürst zu Nassau beklagte sich, dass alle gute Anordnungen bisher unbeachtet blieben, so dass viele ansehnliche Ort durch entstandenen Brand zum größten Teil eingeäschert wurden.  so seien seine Verordnungen aus den Jahren 1734 und 1737 nicht “durchgehende nachgelebt worden”. Deshalb befahl er, dass in  seinem Land kein Haus oder anderes Gebäude nicht mehr aus Holz, sondern wenigstens die äußeren vier Wände bis unter die Dächer durchgehend aus Stein oder Mauerwerk ausgeführt werden darf.  ( Verbot von Fachwerkhäusern). wer dagegen verstieß, riskierte, dass der Neubau abgerissen wurde. ( § 35)

Verbot von Strohdächern

allen drohte Strafe, wenn sie keine Ziegel oder Schiefersteine verwendeten. Außerdem sollten die Dachstühle nicht so hoch und nicht mit überflüssigem Holz gebaut oder abgesichert werden.
§ 37 schrieb feuerfeste Estriche, Fußböden vor, Falltüren sollten mit Eisenblech belegt sein

§ 39: Höchstens 2 Häuser und 2 Scheunen unter einem Dach

Um Kosten zu sparen, schien es früher üblich zu sein, mehrere Häuser unter einem Dach zu platzieren. “Bei Erbauung eines ganzen Ortes, sollen die Gebäude nicht aneinander gehangen werden”

Moderne Gebäude entstanden, Beispiele

1752: von Haushofmeister Freiherr von Geispitzheim errichtet, ab 1775 : Gasthaus zum Weißen Roß

Foto unten: links 1. Haus mit Treppe: 1752 errichtet von Balthasar Willig  † 14.6.1782,
übernächstes Haus dahinter links mit Gasthausschild: Bauherr Major Ardin * 2.9.1708 in Uetrecht, † 26.9.1779 Kibo

Foto unten: das Stadtpalais: 1752 – 1779 für Carl de la Poitrie,  ab 1779 Sitz des Regierungspräsidenten Friedrich Ludwig von Botzheim * 1730, † 20.3.1802, jetzt Museum der Stadt Kibo

 

1751: Gründung der Feuerversicherung, Brandkasse by Rebekah Brand

Fürst Carl August 1751: Gründung der Feuerversicherung, Brandkasse

1751 Gründung der Brandversicherung: § 63 der Verordnung: der Beitragssatz betrug 10 Kreuzer = 5 Albus je 100 Gulden Vermögenswert. Hatte das Haus einen Wert von 600 Gulden, so zahlte der Eigentümer jährlich einen Gulden = 1/600 des Wertes

Für die Brandkasse wurde ein tüchtiger Aufseher bestellt, So geschehen zu Kibo, 17.4.1751

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17.4.1751: Feuerwehr, deren Abläufe, Geräte und Video

17.4.1751, es war Samstag nach Ostern: Fürst Carl August erließ in Kibo die 35 seitige Feuer-, Bau- und Brandordnung

gedruckt in Wetzlar von Nicolaus Ludwig Winckler, Diese Verordnung ist sehr umfangreich, regelte umfassend  die Feuerwehrordnung, die Abläufe der Feuerbekämpfung.  Sie baute auf der Feuerverordnung vom 14.2.1748 auf. siehe oben; Das neue Baurecht verbot den Neubau von Fachwerksbauten und Strohdächern und gründete 1751 die erste Brandversicherung, Dieses fortschrittliche Recht gegossen in 75 §§, erlassen in Kirchheimbolanden, am 17.4.1751, Samstag nach Ostern

 

Da ich denke, dass die damalige Druckschrift gut zu lesen und verständlich ist, verzichte ich auf die Abschrift

ad § 2: die Hacken (Haacken) und Leitern konnten von den Einwohnern ausgeliehen werden, wenn der dafür Verantwortliche informiert war. Sie mussten nach dem nötigen Gebrauch wieder unverzüglich zurück gegeben werden.  Der nächste Abschnitt verlangt bzw. verdeutlicht, dass in jedem Ort eine große oder Hauptspritze vorhanden sein musste, die regelmäßig  zu pflegen war und dass der Ort mindestens dreimal jährlich eine Feuerwehr-übung abzuhalten hatte. Die unten abgebildete Spritze dürfte aus der Zeit der Verordnung stammen. 

Das nächste Foto zeigt eine Feuerwehrspritze aus 1630, eine alte und bewährte Technik, Zur Bedienung brauchte mal 2 x 2 = 4 Leute, die sich abwechselten. Die Löschmannschaft hatte üblicherweise mindestens 12 Mann

Ablauf des Löschens

1. Die Hochdruck-Spritze wurde von je 2 x 2 Pumpern bedient, die im Minuten-Rhythmus durch frische Kräfte ersetzt wurden. Diese Gruppe umfasste i.d.R. 12 Mann.
2.) Auf der Feuerleiter stand der Spritzer,
3.) Andere Helfer zogen mit Harken, Hacken das Feuer auseinander. Wenn nötig, wurde die Häuser links und rechts abgerissen, damit nicht die ganze Straßenfront vernichtet werden sollte.

4. Wenn es Feueralarm gab, mussten alle Einwohner mit ihren Ledereimern zum Brandherd  eilen. Die Wasserzufuhr erfolgt durch eine doppelte Menschenkette von Helfern, in die sich Frauen und ledige Damen einreihen mussten. Die gefüllten Eimer wurden von Hand zu Hand zur Feuerspritze gereicht, dort ausgekippt und die leeren Eimer kehrten zum  Löschteich  zurück. Bis 1770 war dies in Kibo der lange städtische Wassergraben vor der Stadtmauer, heute “Neue Allee” vom Café Enkler bis hin zum Café Mandala.

Musste allerdings das Löschwasser aus Brunnen  gepumpt werden, dann hatten die Pumper eine anstrengende, zeitraubende Arbeit zu erledigen mit fatalen Folgen, wie man sich vorstellen kann.

Die nächsten §§ erlaubten, forderten den Einsatz von Ordnungskräften, um Diebereien und Plünderungen zu verhindern. Wenn nötig, durften bzw. mussten angrenzende Gebäude abgerissen werden, um Großbrände zu verhindern. § 10 erfordert den Einsatz von Läufern bzw. Reitern in die Nachbarorte, um weitere Hilfskräfte zu aktivieren.

§ 11: Bildung “doppelter” Menschenketten zur Wasserversorgung der Feuerspritzen

  • 3 15) Wenn ein Feuer völlig und gänzlich gelöscht ist, so müssen alsbald so viele Leute aus dem Amtsbezirk, wo der Brand gewesen ist,mit Schippen, Gabeln und Hacken beschrieben werden, welche die Feuerläufer ablösen und sogleich die Brandstätte räumen. Auch jene alle 24. Stunden abgelöst werden, bis alles völlig geräumt ist. da von der Brandstätte

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1720: Regeln zur Verhinderung der Steuerhinterziehung

1720: Regeln zur Verhinderung der Steuerhinterziehung

Grundlage war der Ertrag, der vor Ort, direkt auf dem Feld gezählt, gemessen wurde. Die uns vorliegende Verordnung bezieht sich auf die Erfassung der Feldfrüchte. Die Kirchheimbolander Verwaltung formulierte in 11 Punkten Verhaltensmaßregeln, um zu verhindern, dass ungezählte Feldfrüchte von den Bauern oder deren Helfern heimlich vom Acker oder aus den Gärten entfernt wurden, um in dunklen Kellern, Scheunen und Böden an dem Steuerbeamten vorbei zu verschwinden. Das Amt Kirchheim ließ die Verordnung von allen Kirchenkanzeln verlesen, damit später keiner die Ausrede vorgeben konnte, er habe davon nichts gehört[1].

Es scheint also Tatsache gewesen zu sein, dass daraufhin während der Erntezeit die kommunalen „Zehntheber“ = Steuerzensoren direkt vor Ort tätig waren und erst die gezählten Garben und Früchte heimgetragen werden durften, wobei der Zehnt unmittelbar einbehalten und täglich in die zuständige Zehntscheune verbracht wurde. Die jeweiligen  Zuwiderhandlungen wurden mit Geldstrafen belegt. Hier einige Beispiele:

  • „Es soll kein einziger Untertan oder wer der auch sein möchte (Landesfremder wie Kurpfälzer), der den Zehnten schuldig ist, einige Früchte auf dem Feld aufladen noch heimbringen, es sei denn zuvor, unsere Zehnt Knechte sind vor dem Aufladen der Früchte dabei gewesen und beim Zählen nicht behindert worden. Dabei sollen auch die kleinsten und schlechtesten Garben erfasst werden. Wer dawider handelt, hat eine Strafe von 10 Kreuzer zu zahlen.“
  • Da derweilen auch die Ackersleute dem Schmied und dem Feldschütz deren Lohn auf dem Feld vor der Zehnterfassung missbräuchlich übergeben, soll solches künftig nicht mehr geschehen. Angedrohte Strafe 5 X.
  • Die Bauern dürfen ihren Schnittern[2] erst ihren Lohn zahlen, wenn die Tagesernte vom Zehnt Knecht gezählt worden war. Folglich erhielten die Schnitter = Taglöhner kein Bargeld, sondern Sachbezüge, die allerdings die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung nicht reduzieren durften. Die angedrohte Strafe betrug 5 Kreuzer.
  • Einige Albisheimer hatten weder Zugtiere noch große Karre hatten. Aber dafür hatten alle einen Bollerwagen (= Handkarren) wie man aus den Inventarien ersehen kann. Vorteile, kleine Mengen konnten so von zwei Kindern gezogen werden und zum anderen brauchte man keine Kuh vorspannen. Zudem trugen die Familienmitglieder die Früchte entweder auf dem Rücken oder auf dem Kopf nach Hause. Aber zuerst musste der Zehnt Knecht auch diese Erträge erfassen.
  • „Des Nachts oder des Abends nach dem Geläut, so auch Mittags in der Ruhestunde von 11 bis 1 Uhr (= 13 Uhr) soll keiner, wer der auch sei, Frucht aus dem Feld führen, damit er sich vor Verdacht und womöglich vor Schaden hüte. Strafe 6 X“.
  • Es sollen auch die Hirten, als Schäfer, die Sau- und Kuhhirten mit dem Vieh aus dem Feld bleiben, bis und so lange die Zehntfrucht nicht ermittelt und weggebracht wurde.
  • Das Gleiche gilt auch für die Gänse, die erst in die Stoppeläcker getrieben werden dürfen, als die „Frucht“ gänzlich weg geschafft worden war.
  • „Bei bösem Verdacht und Argwohn, in der sich ein Zehnt Knecht befindet, so soll er abgeschafft (= entlassen) und der Verbrecher der schweren Leibesstrafe öffentlich auf dem Albisheimer Marktplatz unterworfen werden, damit die bestechliche Brut ausgerottet und die anderen an ihre Pflichterfüllung erinnert werden.“.

Die Ernte erfolgte in einem schmalen Zeitfenster. Die Familien waren Ernteprofis. Jedes Mitglied hatte seine Funktion. Aber trotzdem brauchte man zusätzliche Hände, Erntehelfer, Wanderarbeiter. Sie nannten sich Schnitter, Strohschnitter und waren mit ihren Familien unterwegs. So wird bei der Kindtaufe am 3.9.1712 als Pate Johann Eberhard Volkmar als Strohschnitter genannt. Dann ging es ratz fatz. schneiden, binden und stellen. Da wusste man abends, was man getan hatte. Zudem musste es danach tagelange trocken sein, damit aus den Garben die Restfeuchtigkeit entweichen konnte. Aber wenn dann plötzlich Gewitterwolken aufzogen, kam die Ernte schnell unter Dach und Fach, egal ob der Steuerknecht sie gezählt hatte oder nicht.  Und dazu kamen zwischen durch die obligatorischen Gemeinschaftsleistungen (Fronarbeiten), zu denen alle außer den Mennoniten und den Juden verpflichtet waren. Die Juden zahlten ersatzweise das Frongeld, das damals 5 Gulden betrug. Sie fehlten also in allen Fronlisten bis 1792!

[1] ) Diese 3seitige Verordnung hat kein Ausstellungsdatum. Vom Schriftbild her könnte das Schriftstück um 1720 abgefasst worden sein. Die Pfarrer mussten also von der Kanzel herab dies verlesen. Was war mit den Mennoniten und Juden?

[2]) Die Schnitter waren ganz wichtige Saisonarbeiter, die mit ihren Familien unterwegs waren. Sie sind vergleichbar mit den landwirtschaftlichen Arbeitern aus Osteuropa. Am 18.7.1723 bekam das Schnitterehepaar Wilhelm & Anna Catharina Hönneck Nachwuchs. Wilhelm arbeitete für die Familie Herbst auf dem Heyerhof, wo sie auch eine Kammer bewohnten  Die Familie stammte aus dem Hohenloh´schen

# 11113 Kalbfuß Joh. Jacob

# 11113  Kalbfuß Joh. Jacob, * 15.8.1697 in Alzey, † 13.5.1775 in Kibo

Johann Jacob Kalbfuß wohnte in der Vorstadt, in dem Gebäude, wo heute in 2016 das Schuhhaus Göbel seine Verkaufsstätte hat. Diese Lage war äußerst günstig und machte dem bisherigen Posthalter Leininger heftige Konkurrenz, der die “Metzgerpost” betrieben hatte.

Auf eindringliche Wünsche des Fürsten Carl August von Nassau- Weilburg,  des  Kurfürsten von der Pfalz und dem Herzog von Zweibrücken  erteilte der Kaiser 1738 dem Fürsten Turn & Taxis  das Privileg, entlang der Linie Alzey, Kibo, Kaiserslautern, Homburg und Saarbrücken die Poststrecke  einzurichten. Es dauerte zwei Jahre bis  die geeigneten Posthalter- Stationen gefunden waren, dies war in Kirchheimbolanden  das Gebäude des Joh. Jacob Kalbfuß, der rechts vor dem Vorstadtturm ein geräumiges Anwesen mit Hoftor, Scheune , Stallungen nachweisen konnte.  Ab 1740 etwa dürften die ersten Kutschen dann gefahren sein. Mit dem Ende des Polnischen Erbfolgekrieges war wieder Friede auf dem Kontinent eingekehrt und die Reisenden konnten problemlos bis nach Paris fahren.

Durch diese Postkutschen-Verbindung war die neue Residenzstadt Kirchheimbolanden mit den zerstreut  liegenden Staatsgebieten des Fürstentums Nassau- Weilburg zeitgemäß gut angebunden. Diese Vorstadt Lage war hervorragend. Zum einen konnten die Gäste abends in der Poststation Kalbfuß einkehren, zum anderen war auch während des Tages ein kurzer Stopp von wenigen Minuten möglich, damit die Gäste ohne große Verzögerung ihr Tagesziel hätten noch erreichen können. Joh. Jacob Kalbfuß erhielt den Titel „Kaiserlicher Reichspostverwalter“. Diese Poststation dürfte seinem Gasthaus „ Zum Schwarzen Adler“ zusätzliche Einnahmen beschert haben.

Nach seinem Tod am  13.5.1775 übernahm sein Sohn John Philipp Kalbfuß, * 16.4.1734, - Bäckermeister, Gastwirt-  Gasthaus und die Poststation.

# 11114: Joh. Philipp Kalbfuß * 16.4.1734, † 15.11.1811, Posthalter

Joh. Philipp Kalbfuß hatte auf seiner- damals üblichen – Wanderschaft noch als Bäckergeselle seine Braut Maria Eleonora Röder aus Waldenburg kennengelernt, die er am 28.1.1766 in Kibo heiratete. Das Ehepaar bekam 9 Kinder; das 9. Kind: Amalia Christina Kalbfuß * 19.3.1781 .

1768 – 1770: erfolgte der Abriss der Stadtmauer vom Vorstadtturm bis zum alten Schloss und dem anschließenden Bau der „Kavaliershäuser“. Die neue Straße „Alleestraße“ ermöglichte den Reisenden die Umgebung der Stadt, verkürzte die Fahrzeit.   denn nun brauchte die Postkutsche  sich nicht mehr durch die engen Straßen und Tore quälen.

Die Franzosenzeit: Die Familie Joh. Philipp Kalbfuß stellte sich sehr schnell auf die veränderte politische Situation ein und marschierte mit. Sehr positiv für die Familie Kalbfuß war, dass die jüngste Tochter Amalia Christina Kalbfuß * 19.3.1781 am 10.11.1799 Pierre Raclat, * 2.10.1774 in Joigne heiratete, Sohn der Bäckersleute Jaques Raclat und der Arienne, né Garnant. Pierre Raclat war Capitain der französischen Truppen, kam aber nach der Schlacht von Leipzig nicht mehr nach Hause nach Kibo. Die Eheleute Philipp & Maria Eleonora Kalbfuß starben innerhalb von 2 Tagen, Eleonora † 13.11.1811, Philipp Kalbfuß † 15.11.1811.

Nachfolger wurde der Sohn Carl August Kalbfuß * 30.1.1778, oo 9.5.1801 Johanna Maria Pfannenbecker * 12.1.1777 Flomborn. Das Gebäude der Poststation wurde am 22.1.1819 allerdings versteigert: „Carl Kalbfuß ließ dieses Gebäude an den Meistbietenden versteigern. Gez. Neumayer, Notar.“  Hintergrund war die veränderte politische und wirtschaftliche Situation. Das Königreich Bayern hatte die Brief-, Paketpost von der gelben Fahrpost, den späteren Postbus-Linie getrennt, die dem  Unternehmer Joh. Theobald Ritter * 5.6.1792 in Frankenstein( # 16440 übertragen wurde .

 

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1738 – 1811: die Reformierten Pfarrer, von Detlef Uhrig, vgl. Biundo

Berufung der Reformierten Pfarrer in Kirchheimbolanden in der Peterskirche: von Detlef Uhrig, siehe auch Biundo.

  1. Johann Abraham Müller, Pfarrer in Kibo von 1738 – 1741; * in Weinheim an der Bergstraße, oo in Enkheim oo 6.5.1738 Susanna Elisabetha Kling, Tochter des Ratsherren in Heidelberg Johann Peter Klein,  (Biundo # 3617)

1738 – 1811: die Reformierten Pfarrer, von Detlef Uhrig, vgl. Biundo weiterlesen

Feuer- Bau- und Brandordnung von Detlef Uhrig und Rebekah Brand

Die Feuer- Bau- und Bauordnung vom 17.4.1751

von Detlef Uhrig und Rebekah Brand

Diese 35 seitige Verordnung wurde von Nicolaus Ludwig Winckler gedruckt und dann laut Beschluss des Fürsten Carl August veröffentlicht. Diese Verordnung regelt umfassend viele Aspekte des Feuerschutzes eines neuen Wohnhauses und der allgemeinen Sicherheit.  Siehe die Power Point  Präsentation unter History, dort Feuer

Feuer- Bau- und Brandordnung von Detlef Uhrig und Rebekah Brand weiterlesen

Die Peterskirche, ab 1743 reformiertes Gotteshaus, von Detlef Uhrig

die Peterskirche, 

Quelle: Hans Döhn, Kibo, Geschichte einer Stadt, S. 104 ff, sehr detaillierte Darstellung

  • 1135: erstmalige Erwähnung als St. Remigius Kirche 
  • der Kirchturm gehörte – wie so üblich- der Stadt, denn er diente als Wach- und Wehrturm. Seine Glocken läuteten auch bei jeder Gefahr wie Feuer, drohenden Überfällen, Unwetter etc.
  • Um das Kirchengebäude war auch der mittelalterliche Friedhof,
  • 1556: durch die Reformation nahm die ganze Bevölkerung des Bezirks Lutherischen Glauben an. Das Kirchengebäude wurde Lutherisches Gotteshaus und in Peterskirche umbenannt.
  • 13.1.1738: Gleichstellungs- Patent:  Fürst Carl August gewährte der Reformierten Kirche die gleichen Recht wie den Lutheranern.  (Fortsetzung folgt)