Archiv der Kategorie: Eisenbahn

Anschluss Kibo

Eisenbahnverbindungen  der Nordpfalz

die Nordpfalz lag 20 Jahre im  Abseits, was natürlich den Stadtrat Kibo sehr traurig stimmte. Aber dies war natürlich von München gewollt, um der aufmüpfigen Kirchheimer Bevölkerung zu zeigen, wer das Sagen im Staate hatte.

Die Staatsgrenze zwischen der Bayrischen Pfalz  und Rheinhessen blockierte  zudem die Entwicklung, sie. erschwerte den Handel und behinderte auch den Ausbau der Infrastruktur. Erst durch Staatsverträge mit Hessen-Darmstadt kam der Eisenbahnbau langsam in Schwung. Besonders förderlich war jedoch die Forderung des Militärs nach dem erfolgreichen Ausgang des Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 nach schnellen Verbindungen, um zukünftig schnell Truppen an die Grenzen zum “Erbfeind” bringen zu können.  Die Inbetriebnahme der Nordpfalz- Bahnlinien erfolgte am

  • 19.10.1870: Ausbau der Linie Hochspeyer, Enkenbach, Winnweiler: 18,38 km
  • 16.5.1872: Winnweiler, Rockenhausen, Bad Münster, =32,10 km
  • 23.10.1872: von Marnheim bis Wachenheim-Mölsheim = 9,67 km
  • 31.5.1873: von Langmeil nach Marnheim = 14.16 km,
  • 31.12.1873: Kibo nach Wahlheim, Richtung Alzey = 6,18 km
  • 18.7.1874: von Kibo nach Marnheim=,5,41 km
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Bahnhof Marnheim

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großes Richtfest nach fast Beendigung der Maurerarbeiten der Brückenpfeiler der Pfrimmtalbrücke am 22.4.1874

Am 23.4.1874 erschien in dem Nordpfälzer Wochenblatt folgender Bericht:

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Die Pfrimmtalbrücke bei Marnheim, durch die Wehrmacht gesprengt am 20.3.1945. Am Heyerhof sollten 12 Wehrmachtssoldaten die vorrückenden 200 US-Panzer aufhalten. Keiner der Deutschen überlebte.

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Luftbildaufnahme der Royal Air Force nach dem Luftangriff auf Albisheim

 

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Ärtze und Gesundheitswesen

Industrieentwicklung K-Lautern

 K´lautern entwickelte sich rasant:

1816:  2.757 Einwohner,

1825: 4741 Einwohner

 

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per klick vergrößern: dann sehen Sie das Schloss, heute Rathaus, , darunter Frucht Markt, dort entstand die Fruchthalle. Der Schillerplatz entstand aus der Schloss-Gasse und der daneben liegenden Wiese.  hieß bis 1910 der Krautplatz. Der Marktplatz war direkt vor der Stiftskirche.

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Kaiserslautern am 2.8.1818, links von der Stiftskirche ist die Adler-Apotheke, die zu Ehren Napoleons benannt wurde. Anlass war die feierliche Vereinigung der lutherischen und reformierten Kirche zur Evangelischen Kirche der Pfalz. .

1843: Einweihung der Fruchthalle durch den bayrischen König Ludwig I. 

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Die Fruchthalle ist eine Kopie eines berühmten Bauwerks des Architekten Palladio.  König Ludwig I. eröffnete gleichzeitig auch die 1. Industrieausstellung, die in und um die neue Fruchthallte die Erzeugnisse heimischer Produkte ausstellte. In der Zeitung stand: : „600 Unternehmer, Fabrikanten und Handwerksbetriebe stellen aus.”

Das Foto unten zeigt die Industrieausstellung von 1872, Beginn war 14.7.1872;  Der Springbrunnen wurde bei Gienanth gegossen, das Säulendach und die Öfen stammten von den Eisenwerken Kaiserslautern

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Die Industrieausstellung von 1900, unten der Krautmarkt (Schillerplatz)

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1851: Das Telegraphenamt In der Theaterstraße, heutige Karl-

Marx-Straße , rechts an der Straßenecke ( hinter dem Theater- Restaurant). .

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Das Telegraphenamt

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 Ende 1852: Paket und Brieftransport per Ludwigsbahn: 1852  hatte KL bereits 9.912 Einwohner, Die Hauptpost entstand hinter dem Telegraphenamt.

Vorteile der Ludwigsbahn und der neuen Technologie, die technische Entwicklung und Industrieansiedlung, z.B. KL

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  • Sie wurde bereits bei der Entstehung der größte Arbeits- und Auftragsgeber in der Pfalz.  Allein in Lautern arbeiteten 300 Männer für die Bahn. Auch die Industrie- und Gewerbeansiedlung entlang der Bahnstrecke war grandios. In Kaiserslautern allein entstanden u.a. Kaysers – Nähmachinen- und Fahrradfabrik,

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  • die Gehlenwerke, das Guß- und Armaturenwerk Kaiserslautern, die Nähmaschinenfabrik Pfaff und die Kammgarnspinnerei  Kaiserslautern.  Der Aufschwung entlang der Eisenbahnlinie war eindrucksvoll, nicht zu übersehen. Der Energiebedarf war riesig, Die neuen Kohlenhändler machten das Geschäft. Auch für die Haushalte war es nun einfacher und billiger, an den Winterbrand zu kommen. In die Küchen hielten die neuen multi-funktionalen Küchenherde Einzug, mit denen geheizt, gekocht, gebacken wurden, aber auch immer warmes Wasser bereit hielt. (Nachteil: im Talkessel Kaiserslautern  verschlechterte sich rapide die Luft, Die Luftverschmutzung verursachte bei vielen massive Gesundheitsprobleme: Asthma, Bronchitis etc..)
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  • (Hauptbahnhof Kaiserslautern). bei seiner Fertigstellung lag er 1,5 km vom Stadtkern entfernt. Dazwischen war jetzt endlich Platz für die Stadtentwicklung. An der Kaiserstraße, heutige Richard-Wagner-Straße entstanden schöne klassizistische Bürgerhäuser, die auch den Bombenhagel des 2. Weltkrieges überstanden.
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  • Die Umsätze der Steinkohle-Bergwerke im Saarland explodierten geradezu. Die Bergleute der Nordpfalz siedelten um, die ganze Bevölkerung der Westpfalz geriet in Umzugslaune. Für die arme Bevölkerung war dies eine Alternative zur Auswanderung nach Amerika.
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1853: Nach der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Mainz nach Ludwigshafen hatten die Reisenden eine schnelle, durchgehende Verbindung nach Paris

 

Zuglücke: Neustadt – Frankenstein

Die Streckenlücke Neustadt – Frankenstein von 1847 – 1849

 bereitete große Probleme: die Topographie des engen, sehr kurvenreichen Tals von Frankenstein nach NW, aber auch die Revolution 1848/49.

die Verlegung des Speyerbachs, hohe Stützmauern, Viadukte und die 10 Tunnels kosteten viel Zeit, Geld und einige Verletzte und Tote. Hinzu kam die Revolution im Südwesten. Die endgültige Eröffnung warerst  am 25.8.1849, nach der Niederschlagung der Pfälzischen Revolution. Bis dahin mussten die Reisenden die Postkutsche zwischen Frankenstein und Neustadt nehmen.

Die Revolutionäre in 1849: die Freischärler zerstörten bei Mutterstadt und Haßloch einen Teil der Gleise, damit die Preußen diese Bahnlinie nicht benutzen konnten.

Das Freikorps Homburg besetzte den Bahnhof Bexbach. Sie flohen am 19´3.6.1849.

Die durchgehende Befahrung der Strecke Ludwigshafen nach Homburg war ab dem 23.8.1849 möglich. 

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Dampfroß in Lambrecht, nachstehend Lambrecht um 1900

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1847: Strecke KL-Homburg

2.7.1847  feierliche Eröffnung des eingleisigen Streckenabschnittd KL – Homburg,

der 6 Tage lange probeweise zwischen dem 10.6.1847 – 15.6.1847 mit über 5.000 begeisterten Pfälzern getestet worden war. . Die erste Lok auf dieser Strecke  erhielt den Namen des Streckenerbauers Denis (Foto von 1850 im Bahnhof KL)

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1860: Bahnhof  u. Stadt Kaiserslautern

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Die Bahnlinie  in Richtung Osten, durch den Heiligenbergtunnel von 1.300  m nach Hochspeyer und Frankenstein ging noch recht zügig voran. diese Teilstrecke konnte am  2.12.1847 befahren werden. aber.die..

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1847: Linie LU nach NW

  • Ludwigshafen wurde 1843 aus der “Rheinschanze” gegründet und erhielt den Beinamen “am Rhein”. (Bayr. ABl S. 172 ff.)

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  • Rheinschanze, früher Schutz der Stadtbefestigung Mannheim
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  • Umbenennung der Rheinschanze  in Ludwigshafen und Gründung als Gemeinde in 1843 durch ABL S. 172. Zusatz: Ludwigshafen am Rhein.
  • 11.6.1847: Inbetriebnahme der Linie Ludwigshafen / Neustadt. Der Zug verkehrte 4x täglich, bitte klicken Sie!

  • eisen-1847Die Gleisbauarbeiten waren im April 1846 begonnen worden und gingen flott voran. Der Eröffnungszug von Ludwigshafen nach NW war mit der Lok Haardt, Betriebsnummer 1 bespannt.

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oben Bahnhof Neustadt um 1860, unten Bahnhof Ludwigshafen

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  • Fotos alter Pfälzischer Eisenbahnen

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1865: BASF

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  • 1885 BASF war bereits in China

  • 巴斯夫公司始建於1865年在路德維希港。她發現了如何製造人造紡織品的顏色。基金會1885年已經有20年之後,巴斯夫跑在中國塗料廠。一個偉大的合作。

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  • Bild von homepage BASF
  • 1922: auch die BASF druckte Inflationsgeld

 

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Die Ludwigsbahn entsteht

 

  • Diese Eisenbahnlinie Homburg,  KL, NW, Ludwigshafen  war die Initialzündung der pfälzischen Industrialisierung und unterstützte die Freiheitsbewegung von 1848/49

  •  Die Forderungen nach einer besseren, modernen Verkehrsanbindung könnten von Industriellen in Bexbach ausgegangen sein, um die Saarkohle an den Rhein zu bringen. Förderlich war auch der Plan des franz. Staates, eine Bahnlinie von Straßburg aus in Richtung Norden zu bauen. Dies erkannten die Militärs als Drohung und unterstützten den Eisenbahnbau, um eventuell schnell an der West-Front zu sein.
  • 30.3.1838: Gründung der Eisenbahngesallschaft „Ludwigsbahn“ und Berufung des genialen und Managers Paul Camille Denis. Die Planung dauerte 6 Jahre, bis es losging. 
  • Im Aoril 1844 begann man gleichzeitig von Ludwigshafen und von Bexbach über Homburg. die Eisenbahnstrecke zu bauen. Die Bahnlinien wuchsen einander entgegen. Die Streckenführung:
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    eisen-lambDies war ein Riesen Projekt, das in nur 4 Jahren realisiert wurde. Eine großartige Leistung aller Beteiligten, Immense Erdbewegungen ohne Maschinen, welche erstaunliche Bauleistungen wurden da vollbracht.

    • 2 Millionen cbm Erde bewegt,  Große Problme bereitete der Landstuhler Bruch mit seinem moorigen Untergrund. Dort mussten teilweise bis zu 10 m tief  festes Material eingebracht werden. en.,
    • für die 23 Viadukte und 269 Brücken brauchte man riesen Mengel an Sandsteinen, die lokal gebrochen und vor Ort zugehausen wurden.
    • Auf der Strecke Kaiserslautern nach NW = 32 Km, entstanden 12 Tunnels. Diese Arbeiten erledigten Bergleute und Brunnenbauer aus der Nordpfalz. Die Zahl der umgekommenen Arbeiter bei den vielfältigen Bauarbeiten, Sprengungen, Steinstürzen etc.wurden statistisch nicht veröffentlicht.
    • Das Volumen der bis zu 12 m hohen Stützmauern 15.000 cbm.
    • Verlegung des Speyerbachs auf 2.600 m., zudem 140 m Bachüberbauung
    • Riesige Mengen an Schotter kamen aus dem oberen Lautertal
    • 10.000 Tonnen Schienenmaterial
    • Wasserkräne, 16 Wasserbehälter, Pumpwerke, 200 Weichen
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    • Es entstanden  28 Bahnhöfe mit Lagerhallen  in den Gemeinden entlang der Bahnstecke

    (Quelle: Andreas Räntzsch, Die Eisenbahn in der Pfalz)

 

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Denis, Eisenbahningeneur

 Paul Camille Denis, der Eisenbahnpionier, sein Lebensweg

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  • geboren am 28.6.1796 auf Chateau Les Salles bei Montier-en-Der, Département Haute-Marne, Sohn einer reichen Familie. (Seine Erbschaft betrug ca 300.000 Gulden) . Denis starb am 3.9.1872 in Bad Dürkheim, beigesetzt im Familiengrab in Straßburg. .
  • Paul Camille Denis war ein Mann, der mit den Idealen der Franz. Revolution groß geworden war und sie auch als Leitlinien seines Lebens befolgte
  • er besuchte bis 1813 das Gymnasium in Mainz,
  • dann das Lycée Lous-le Grand in Paris
  • 1814/1815 Studium an der berühmten École Polytechnique, Paris (dort könnte das Bild entstanden sein, das ihn als jungen Mann zeigt,  Quelle franz. Internet. )
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  • Ab 3.3.1816 “Baukondukteur”, Germersheim,
  • 1822: Inspektionsingenieur des pfälzischen Straßennetzes. ,
  • 1826: Ingenieur 1. Klasse in Zweibrücken,
  • um 1830: Wahl zum Pfälzischen Landrat
  • Sonntag, den 27.5.1832: Teilnahme am Hambacher Fest,, vielleicht war er sogar einer der Redner
  • am 1.8.1832 Paul Camille Denis unterschrieb das Protestschreiben gegen die Bundesbeschlüsse vom 28.6.1832. Er wird wegen “Verunglimpfung des höchster Staatsorgane” angeklagt.  der drohenden Verhaftung, entzieht er sich durch seine Flucht = Entdeckungsreise nach America und England.
  • Ende 1832 Camille Denis nach England und USA, wo er die bereits 1827 gegründete Eisenbahnlinie bewunderte und die Ideen verinnerlichte .
  • Zurückgekehrt plante und realisierte er die sehr bewunderte Ludwigsbahn zwischen Fürth und Nürnberg, die 1835 in Betrieb ging.
  • Insgesamt plante er etwa 1.000 km Schienenstrecken.
  • Für die Pfalz bedeutsam ist die über 100 km lange Strecke Bexbach nach Ludwigshafen, eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung unserer Region. In Bexbach, Grube Frankneholz  war die einzige Steinkohlen-Grube im Königreich Bayern. Durch die Ludwigsbahn sollte dann die Steinkohle per Bahn nach Ludwighafen, und dann per Schiff rheinabwärts bis Mainz und dann mainaufwärts nach Bayern transportiert werden.
  • Während des Ausbaus der schwierigen Streck KL und Neustadt wohnte Camille Denis bei  seinem Freund Carl Adolf Ritter, Frankenstein
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     Paul Camille Dénis

 

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