Archiv der Kategorie: Bayern

1802: Napoleon machte Bayern groß

Napoleon machte Bayern groß, by Detlef Uhrig

1802: Durch die Säkularisierung und Mediatierung = Auflösung der riesigen  bischöflichen Fürstentümer Würzburg, Bamberg, Regensburg, Passau und der Verstaatlichung der zahlreichen  Klöster wie Ettal, Fürstenfeldbruck zugunsten Bayerns, stieg Bayern zu einer finanzstarken Großmacht in Deutschland auf. So machte sich Napoleon den Herzog Maximilian zu seinem Freund.

25.8.1805: der franz. Botschafter schloss mit Herzog Maximilian  den Bündnisvertrag, der es der franz. Armee erlaubte, in Bayern einzumarschieren, die Österreichischen Truppen in Ulm und Regensburg einzukesseln und zu besiegen. Außerdem verabredeten sie die Hochzeit der bayrischen Prinzessin Amalia von Bayern mit dem Stiefsohn Napoleons Eugène Napoleon.

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Nach der von Napoleon gewonnenen 3 Kaiser-Schlacht von Austerlitz am 2.12.1805, machte Napoleon Halt in München, um am 31.12.1805 seinem Stiefsohn Eugène Napoléon mit der Prinzessing Amalia von Bayern zu verloben. die Ziviltrauung war am 13.1.1806  (Bild von Jean Schormans)

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Am 17.7.1806 war die feierliche Gründung des Rheinbunds in Paris. Maximilian wurde endlich Bayrischer König. Diese Freundschaft bekam Risse, als nach dem Napoleon´schen Russlandfeldzug von 30.000 bayrischen Soldaten nur 400 heimkamen.

 

 

Die Volksschule, immense Klassengrößen, unsichere Bezahltung

Volksschule: die Situation in 1834 in der Pfalz:

1834 lebten in der Pfalz 547280 Menschen, darunter waren 105.546 schulpflichtige Kinder. Sie wurden unterrichtet von insgesamt 1.189 Lehrern. dies waren:
  • 593 evangelische Hauptlehrer, plus 72 evangelische Hilfslehrer,
  • 402 katholische Hauptlehrer und 103 kath. Hilfslehrer,
  •  19 israelitische Elementarlehrer
  • jeder Lehrer unterrichtete im Durchschnitt 89 Kinder, obwohl die Schülerzahl seit 1817 auf 80 Kinder begrenzt sein sollte (§ XV der Schulordnung). In Albisheim gab es 170 Kinder, die in 2 Klassen aufgeteilt wurden. die Unterklasse umfasste die 1. bis 4 Klasse; die Oberklasse 5 – 7. Schuljahr.  In diesem Fall unterrichtete der Hauptlehrer die Oberklasse und die Unterklasse wurde von dem schlechter bezahlten Schulgehilfen unterrichtet.

  • 1884: Lehrer Carl Pfleger, 1884 mit 82 Schülern
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  • Die Lehrerbesoldung

    Die Lehrer wurden fest angestellt. Gemäß $ VIII der Schulordnung  sollten die Schullehrer 300 Gulden pro Jahr bekommen, in Städten wie Kaiserslautern, Speyer mit mehr als 2.000 Einwohner sollten sie 400 Gulden erhalten.  Da damals auch die Gemeinden auch schon zu geringe Einnahmen bei zu hohen Schulden aus der Napleonischen Zeit hatten, erreichte kaum ein Lehrer die gewünschte Einkommensempfehlung. Die Lehrer bewohnten eine für sie kostenfreie Wohnung im Schulhaus.

  • Die Finanzierung war anfänglich eine Mischfinanzierung. Die Eltern, zahlten je Kind 1 Gulden und 8 Kreuzer Schulgeld, Arme Leute wie Tagelöhner, Kleinbauern konnten diese Betrag meistens nicht aufbringen, denn er entsprach der Entlohnung von drei Arbeitstagen. Ganz unmöglich war dies, wenn sie mehrere schulpflichtige Kinder hatten. Bei einer Klassenmesszahl von 80 Kindern erhielt der Lehrer rein rechnerisch 80 x 1 fl 8 x = 80 Gulden und 640 Kreuzer = 90 Gulden und 40 Kreuzer. Neben den einkommensschwachen Familien, gab es Zahlungsunwillige, die zusätzlich Schwierigkeiten machten. Die Differenz sollte aus der Gemeindekasse fließen. Konnte der Lehrer Orgel spielen, erhielt er für diesen Dienst monatlich 6 Gulden. Singen mit der Schulklasse am Grab brachte ihm nochmals 1 fl je Fall ein.  Mit den Zuschüssen der Gemeinde dürfte der Lehrer oft bis 1850 keine 300 fl jährlich bezogen haben.. Neben der kostenlosen Lehrerwohnung teilte ihnen die Gemeinde einen Schulgarten zu, den die Lehrer mit ihren Schülern bewirtschafteten. Jeder Schulsaal hatte einen Ofen, den die Schulkinder beheizen sollten. Es gab also neben dem Tafeldienst, den Ofen- und den Gartendienst der Schüler.  Die Kinder hatten das Brennmaterial mitzubringen.
  • Da die Besoldung relativ gering war, stellten die Gemeinden oft die Lehrer auch noch als Gemeindeschreiber an, wo sie garantiert nochmals 300 Gulden verdienen konnten.

1. evang. Volksschul-Lehrer in Kibo

  1.  Jacob Knöbel * 20.4.1781 in Monzenheim, kam 1800 nach Kibo,  er begann als Schuldiener = Lehrer in Ausbildung. Er war 2 x verheiratet. 1. Ehe oo 27.4.1800 die fast 14 Jahre ältereHenrietta Carolina Krück,  32 Jahre u. 6 Monate alt, * 19.10.1767 in Kibo,   T. d. Johann Elias Krück,  gestorben am 30.4.1804; ref. Schuldiener in Kibo,  u. Elisabetha Margaretha, geb. Birckel in Kibo,  Durch diese Eheschließung blieb Jacob Knöbel der franz. Militärdienst erspart. Nach dem Tod seiner Frau 2. Ehe oo 8.3.1810 Anna Maria Kanofsky, * 16.10.1785,  24 Jahre alt,   T. d. Peter Kanofsky,  Bäckermeister u. Anna Maria, geb. Heser, Philipp Jacob Dürkheimer * 11.2.1771
  2.  Johann Conrad Küstner, * 21.11.1782  # 11941; in Kibo, † 26.2.1837,  Sohn des Lehrers Joh. Küstner.  Conrad Küstner war 2x verheiratet. Er hatte die Schwestern  Gerheim geehelicht, Töchter des Joh. Philipp Gerheim.  Nach dem Tod des Conrad Küstner, bestellte die Stadt:
  3. Joh. Heinrich Gaß* 1.2.1811 in Rockenhausen,  Schullehrer in Kibo,  27 Jahre alt,   Witwer der am 10.6.1837 in Kibo † Catharina Elisabetha, geb. Sevin  S. d. in Rockenhausen † Ackersleute Ludwig Gaß,  u. Catharina, geb. Ritter,  die Großeltern : Veith Ritter,  u. Barbara, geb. Liebrich (Familie Rok 18706) ; oo 19.7.1838  Maria Elisabetha Dreher, * 29.11.1816 in Kibo,  31 Jahre alt,   T. d. Wilhelm Dreher,  61 Jahre alt,  u. Angelika Henrietta, geb. Alt,  56 Jahre alt,  Gutsbesitzer in Kibo

    2. israelitische Lehrer in Kibo. Die jüdischen Lehrer machten die gleiche Lehrerausbildung am Lehrerseminar KL, wie die Ev. bzw. kath Kollegen.

    22.2.1828 Heirat des  Joseph Nathan Asser, * 15.4.1790 in Gunzenhausen in Franken,  37 Jahre alt, israelischer Schullehrer in Kibo,   S.  d. am 22.9.1802 in Gunzenhausen † Nathan Asser,  Handelsmann,  u. Fandele, geb. Landauer,  mit Sara Seller, * 4.10.1796 in Altenmuhr in Franken (= Muhr am See); 30 Jahre alt;  T. d. in Altenmuhr † Jacob Feiß Seller,  Handelsmann daselbst,  u. Hiale, geb. Mandel;

    10.11.1837 Heirat des Jacob Sulzbacher * 16.2.1809 in Sulzbach,  28 Jahre alt, israel. Schullehrer in Kibo,   S. d. Samuel Sulzbacher,  Buchhändler in Sulzbach,  u. Gitla, geb. Wolf,  mit Regina Reisel, geb. Schwarz, * 28.6.1812: in Kibo,  25 Jahre alt,   T. d. am 4.8.1836 † Handelsmannes Joseph Schwarz,  u. Jenredel, geb. Löwenbach;

    3. Die Schulaufsichtsbehörde („Land-Commissariat“) Kibo bemängelte 

    *am 2.4.1838 u.a., dass Kinder wegen Armut der Eltern ungestraft den Unterricht versäumten. „Armut sei kein Entschuldigungsgrund“


  4. 4. Die Schulaufsicht Kirchheimbolanden schrieb am  2.4.1839

15.2.1843: die Majestät des Königs …

obiges Schreiben betraf das Schulbuch: Bayerische Geschichte für Schulen und Familien” Autor Fick. bitte lesen sie selbst

  • Die Schulaufsicht Kirchheimbolanden forderte  am 31.10.1843 die Lehrer auf:

    1. die Schulsäle täglich zu lüften

 

sie wöchentlich einmal mit Wasser zu reinigen,

 

die Türen und Fenster alle 14 Tage zu putzen

 

diese Arbeiten dürfen aber auf keinen Fall von Schülern übernommen werden.

21.5.1844: Bürgermeister und sein Stellvertreter versäumten ihre Aufsichtspflicht über die Schule


  • 2. Die Schulaufsichtsbehörde Kirchheim bemerkte, dass oft Lehrer und Gehilfen sich auf halbe, ganze und mehrere Tage vom Schulort entfernen, ohne die Erlaubnis von dem Distrikt Schulinspektor erbeten und eingeholt zu haben. Ein solches Benehmen darf nicht mehr vorkommen (Anmerkung des Autors: dies war während des Aufstandes 1844 üblich, weil manche Lehrer als Redner, Meinungsbilder aktiv gewesen waren)

  • 3. Es wurde bemängelt, dass die Sonntagsschüler in der Regel nicht zu den angesetzten Prüfungen erschienen

  • 4.  … bemängelte, dass der Unfug des Wegfangens von Singvögeln und des schonungslosen Aushebens der Vogelnester zur Frühlings- und Sommerzeit meistens von den Sonntags- und Werktagsschulen verübt werde. Wir stellen den Schulinspektoren und Lehrern die Aufgabe, diesen Leichtsinn zu bekämpfen  und nicht zu ermüden, bis es gelungen ist, diesen milden Sinn in den Gemütern der Kinder zu begründen, der allein die Tiere vor roher Behandlung bewahren kann.

  • Lehrerseminar in Kaiserslautern, in der Bezirkshauptstadt

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Die Volksschullehrer in 1938

  • Adam Gutensohn, Bezirksoberlehrer
  • Ferdinand Freder, Oberlehrer
  • Johannes Hafter, Oberleher
  • Christian Jordan, Oberlehrer
  • Georg Lawaldt, Oberlehrer
  • Elisabeth Kuhn, Oberlehrerin
  • Julius Cappel, Hauptlehrer
  • Max Rös, Hauptlehrer
  • Ernst Christmann, Lehrer
  • Ferdinand Schardt, Lehrer
  • Else Schach, Lehrerin
  • Helene Rauch, Handarbeitslehrerin
  • Erna Gröschel, Handarbeitslehrerin
  • Theo Riemann, Schuldiener

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Eisenbahn Beschäftigte in Kibo

Eisenbahn-Beschäftigte  in Kibo

18.9.1871 starb Emilie Christine Maria Opfermann,  † abends um 8 Uhr,  1 Jahr u. 2 Monate alt,  T. d. Heinrich Wilhelm Opfermann, Ingenieur der Nordpfälzsichen Eisenbahn, * in Mainz, 33 Jahre alt, u. Auguste Sophie Carolina geb. Schmitt, 28 Jahre alt.

16.5.1872 Hochzeitsakt des Hermann Julius Günther, * 15.5.1841 in Feilbingert,  34 Jahre alt,  Ingenieur der Eisenbahn in Kibo,   S. d. Georg Carl Günther,  Guts und  Bergwerksbesitzer zuerst in FeilBingert,  u. Später in Ebernburg † am 1.4.1860 daselbst,  u. die Witwe Dorothea Susanna, geb. Anhäuser,  63 Jahre alt,  in Feilbingert; mit Anna Lennig, * 1.4.1852 in Frankfurt,  20 Jahre alt,   T. d. Ignatz Adam Lennig,  Kaufmann,  44 Jahre alt,  u. Margaretha Josephina, geb. Kalz,  39 Jahre alt,  beide in Kibo wohnhaft

8.6.1872  um 20 Uhr geboren Heinrich Weber,  S. d.  Johann Weber, Aufseher der Eisenbahn, 30 Jahre alt, u. Catharina, geb. Wust, 31 Jahre alt,  Zeugen: Carl Schlicher, Bahnaufseher, 27 Jahre alt von Kibo;

17.8.1872 um 13 Uhr geboren Maria Georgina Catharina Ottmann,  * nachmittags um 1 Uhr,  T. d. Friedrich Casimir Ottmann, Leiter der Nordpfälzischen. Eisenbahn, 33 Jahre alt, heimatberechtigt in Zweibrücken, u. Maria Babette, geb. Hofmann, 27 Jahre alt,  Zeugen:  Henrich Koch, Geometer in Kibo, 57 Jahre alt von Kibo;  Gottfried Wilhelm Schleicher, Zugingenieur, 29 Jahre alt, von Marnheim.

10.9.1872 Heirat des Wilhelm Gottfried Schleicher, * 17.5.1843 in Nürnberg,  29 Jahre alt,  Ingenieur der Eisenbahn in Marnheim,   S. d. Georg Anton Schleicher,  Kaufmann in Nürnberg,  64 Jahre alt,  u. Susanna Chritina Friederica Louisa, geb. Schwartz,  † 26.11.1865 in Nürnberg; mit Emilie Pauline Koch, * 1.2.1851 in Kibo,  21 Jahre alt,   T. d. Johann Heinrich Koch,  Geometer in Kibo,  59 Jahre alt,  u. Maria Elisabetha, geb. Jung,  55 Jahre alt,  beide in Kibo wohnhaft;  Trauzeugen: Heinrich Wilhelm Opfermann,  53 Jahre alt,  Ingenieur in Kibo,  Friedrich Casimir Ottmann,  Ingenieur in Kibo,

26.10.1872.Hochzeitsakt des Dominikus Giuliani, * 19.7.1846 in Dambel in Südtirol,  26 Jahre alt,  Schachtmeister bei der Eisenbahn in Kibo,  S. d. Conradius Giuliani,  61 Jahre alt in Dambel,  u. Theresia, geb. Reß,  † 26.7.1856 in Dambel;  oo Maria Wilz, * 20.4.1850,  22 Jahre alt,   T. d. Jacob Wilz,  Leinwandhändler u. Agent,  51 Jahre alt,  u. Henrietta, geb. Schäfer,  49 Jahre alt,  beide in Kibo wohnhaft;  Trauzeugen: Adam Stehl,  Schachtmeister auf dem Bolanderhof,  46 Jahre alt; Daniel Margraf,  Bahnbauaufseher in Kibo,  33 Jahre alt;

28.12.1872 Heirat des  Conrad Wirth, * 20.3.1845 in Zürich,  27 Jahre alt,  Eisenbahnarbeiter in Kibo,   S. d. Hans Conrad Wirth,  Korbmacher in Freienstein – Teufen,  Kanton Zürich,  65 Jahre alt,  u. Catharina, geb. Hürlimann,  56 Jahre alt,  früher in Fischenthal,  jetzt in Gottingen Kanton;  Trauzeugen Zürich wohnhaft; mit Juliane Henriette Germann, * 27.11.1843 in Kibo,  28 Jahre alt,   T. d. Matthias Germann,  Schreiner,  55 Jahre alt,  u. Susanna, geb. Thiel,  55 Jahre alt beide früher in Kibo wohnhaft,  jetzt in Mainz;

10.3.1873 nachts um 23.30 Uhr geboren Michael Eugen Obert,  S. d. Lorenz Obert, Bahnbauaufseher auf dem Bolanderhof, 28 Jahre alt, u. Maria Susanna, geb. Henrich, 19 Jahre alt,  Zeugen: Carl Franz Henrich, Landwirt auf dem Bolanderhof, 57 Jahre alt, Jacob Grünewald, Eisenbahnschutz in Kibo, 30 Jahre alt.

12.4.1873 um 15.30 Uhr geboren: Johannes Wirth,  S. d. Conrad Wirth, Eisenbahnarbeiter in Kibo, 28 Jahre alt, ú. Juliana Henrietta, geb. Germann, 29 Jahre alt,

18.4.1873 um 23 Uhr geboren Carl Vollet,  * abends um 11 Uhr,  S. d. Friedrich Vollet, Eisenbahnaufseher in Kibo, 31 Jahre alt, u. Elisabetha Christiana, geb. Hammer, 28 Jahre alt,  Zeugen: Daniel Markgraf, Eisenbahnaufseher, 34 Jahre alt,  beide von Kibo.

11.6.1873 um 17 Uhr geboren  Elisabetha Margaretha Schmidt,  * nachmittags um 5 Uhr,  T. d. Jacob Schmitt, Bauaufseher bei der Eisenbahn, 33 Jahre alt, u. Carolina, geb. Jung, 30 Jahre alt,

15.7.1873 vormittags um 9.30 Uhr geboren Friedrich Carl Günther, S. d. Otto Hermann Julius Günther, Ingenieur der Eisenbahn, 32 Jahre alt, u. Anna, geb. Lennig, 21 Jahre alt,

14.9.1873 nachts um 1 Uhr geboren: Catharina Althen, T. d. Jacob Althen, Eisenbahnarbeiter in Kibo, 27 Jahre alt, u. Louisa, geb. Schmahl, 27 Jahre alt,

4.4.1874 Hochzeit des Georg Peter Affemann, * 5.11.1845 in Erbach bei Darmstadt in Hessen,  28 Jahre alt,  Eisenbahnarbeiter in Kibo,   S. d. Carl August Affmann,  Tagelöhner u. Leinenweber in Erbach,  † 9.6.1849,  u. die Witwe Anna Margaretha, geb. Jährling,  54 Jahre alt,  in Erbach; mit Dorothea Stilgenbauer, * 24.4.1848 in Bolanden,

13.1.1876 starb in Kibo Otto Hermann Julius Günther Lennig, Eisenbahningenieur in Rheinzabern, 34 Jahre u. 5 Monate alt, prot. Religion  * in Feilbingert, S. d. zu Ebernburg verstorbenen Georg Carl Günther Lennig, u. der Witwer Dorothea Susanna geb. Anhäuser

23.5.1877 Heirat des Heinrich Gustav Adolph Komst, * 27.6.1836 in Gallentin,  wohnhaft in St. Johann,  Eisenbahnbeamter in Kibo,   S. d. Ernst Rudolph Kombst,  prot. Pfarrer,  u. Mathilde, geb. Schulz,  beide in Pritter bei Swinemünde; oo Maria Rosa Eugenia Salmon, * 14.3.1846 in Göllheim,  wohnhaft in Kibo,  prot. Rel.

1878: Philipp Gensheimer, Eisenbahnarbeiter oo Elisabetha Gertraud Hagel

 

 

Denis, Eisenbahningeneur

 Paul Camille Denis, der Eisenbahnpionier, sein Lebensweg

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  • geboren am 28.6.1796 auf Chateau Les Salles bei Montier-en-Der, Département Haute-Marne, Sohn einer reichen Familie. (Seine Erbschaft betrug ca 300.000 Gulden) . Denis starb am 3.9.1872 in Bad Dürkheim, beigesetzt im Familiengrab in Straßburg. .
  • Paul Camille Denis war ein Mann, der mit den Idealen der Franz. Revolution groß geworden war und sie auch als Leitlinien seines Lebens befolgte
  • er besuchte bis 1813 das Gymnasium in Mainz,
  • dann das Lycée Lous-le Grand in Paris
  • 1814/1815 Studium an der berühmten École Polytechnique, Paris (dort könnte das Bild entstanden sein, das ihn als jungen Mann zeigt,  Quelle franz. Internet. )
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  • Ab 3.3.1816 “Baukondukteur”, Germersheim,
  • 1822: Inspektionsingenieur des pfälzischen Straßennetzes. ,
  • 1826: Ingenieur 1. Klasse in Zweibrücken,
  • um 1830: Wahl zum Pfälzischen Landrat
  • Sonntag, den 27.5.1832: Teilnahme am Hambacher Fest,, vielleicht war er sogar einer der Redner
  • am 1.8.1832 Paul Camille Denis unterschrieb das Protestschreiben gegen die Bundesbeschlüsse vom 28.6.1832. Er wird wegen “Verunglimpfung des höchster Staatsorgane” angeklagt.  der drohenden Verhaftung, entzieht er sich durch seine Flucht = Entdeckungsreise nach America und England.
  • Ende 1832 Camille Denis nach England und USA, wo er die bereits 1827 gegründete Eisenbahnlinie bewunderte und die Ideen verinnerlichte .
  • Zurückgekehrt plante und realisierte er die sehr bewunderte Ludwigsbahn zwischen Fürth und Nürnberg, die 1835 in Betrieb ging.
  • Insgesamt plante er etwa 1.000 km Schienenstrecken.
  • Für die Pfalz bedeutsam ist die über 100 km lange Strecke Bexbach nach Ludwigshafen, eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung unserer Region. In Bexbach, Grube Frankneholz  war die einzige Steinkohlen-Grube im Königreich Bayern. Durch die Ludwigsbahn sollte dann die Steinkohle per Bahn nach Ludwighafen, und dann per Schiff rheinabwärts bis Mainz und dann mainaufwärts nach Bayern transportiert werden.
  • Während des Ausbaus der schwierigen Streck KL und Neustadt wohnte Camille Denis bei  seinem Freund Carl Adolf Ritter, Frankenstein
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     Paul Camille Dénis

 

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Familie Franz Pilgeram

Pilgeram Franz, Kaufmann aus Frankfurt # 15496:

  • 1802,  † 24.2.1862, Sohn des Abraham Pilgeram und der Clara Josephina Ackermann. Franz Pilgeram  married Anna Maria Brogino, * 9.7.1810 in Kibo, † 28.10.1885, daughter of Wilhelm Brogino and Diana Salome Ackermann. (Familybook# 2918). The family Franz Pilgeram had had 9 children.
  • 1. Clara Josepha Salome Pilgeram (Brogino) * 20.8.1832
        oo 23.3.1853 Carl Jacob Rau * 29.11.1822 Köln
         Eltern: Nicolaus Rau, Inspektor der Rheinischen     Dampfschiffahrtsgesellschaft
         † 10.4.1839 Mainz
       oo Susi Bernando Hillebrand, † 30.12.1830 Mainz
    Großeltern: Jacob Rau, Schiffer, † 16.1.1802 & Cath. Kölsch
    Großeltern: friedrich Anton Hillebrand, Schiffer † 22.1.1822 &
                oo Anna Lara Benningna Rupprecht † 12.8.1833
    2.) Abraham Wilhelm Pilgeram * 22.10.1833, † 23.5.1854 New Orleans
    3.) Anna Maria Pilgeram * 7.11.1834
    4.) Franz Joseph Pilgeram * 30.3.1836, Ehrenbürger der Stadt Kibo
    5.) Jacob Anton Pilgeram * 15.5.1837, † 5.8.1840
    6.) Georg Friedrich Pilgeram * 20.8.1838, † 30.3.1839
    7) Anna Elisabetha Pilgeram * 20.4.1840
          oo 8.7.1865 Ferdinand Niolaus Lauer * 24.12.1835 Kibo, starb 15.9.1878 (Familybook # 12256)
         Eltern  Joh. Henrich L.,Schreiner oo Maria Angelica Hack † 26.12.1836
    8.) Salomon Pilgeram * 30.5.1841, † 4.1.1878
    9) Catharina Josephina Pilgeram * 9.5.1843, † 10.2.1846

Rheinbegradigung: Gottfried Tulla (von Detlef Uhrig)

tulla-3Rheinbegradiger Gottfried Tulla * 20.3.1770 Karlsruhe, Pfarrersohn

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Eigentlich sollte er auch Pfarrer werden, aber sein mathematisches und technisches Talent wurde frühzeitig erkannt. 1790 war als Geometer im Dienste des Markgrafen von Baden tätig, aber er wurde unmittelbar danach von seinen Aufgaben freigestellt. Er studierte an der Bergakademie in Freiberg/Sachsen und danach an der renommierten „École Polytechnique“ in Paris.  1797 nahm er seine Arbeit beim Markgrafen von Baden wieder auf, wo er als Ingenieur und Offizier Karriere machte und schließlich den Chefsessel des “Badischen Wasser- und Straßenbaus” bestieg. 1807 gründete Tulla die erste deutsche Ingenieurschule in Karlsruhe, aus der 1825 die Universität hervorging.

Tulla hatte sich intensiv mit den Folgen der alljährlichen Hochwasser am Rhein, Necker und einigen Nebenflüssen beschäftigt. Im Winter 1801/1802 überflutete der Rhein in Baden allein 252 Quadratkilometer Ackerland, was zu erheblichen Ernteausfällen geführt hatte.. 1809 legte Tulla erste Pläne zur Rheinbegradigung vor, die eine

  • Verbesserung des Hochwasserschutzes
  • Trockenlegung der Sümpfe und
  • Gewinnung von Acker- und Siedlungsflächen

vorsahen. Die Aspekte  der verbesserten Rheinschifffahrt und der Malaria-Bekämpfung spielten damals bei ihm  keine Rolle

Die Diskussion mit preußischen, hessischen und französischen Regierungsstellen löste nicht deren Ablehnung. Tullas Pläne stießen bei den betroffenen Bauern und Fischern entlang des Flusses auf heftigsten Widerstand. Sie befürchteten die wirtschaftlichen Folgen des Eingriffs in die Naturlandschaft. Gegen ihren Willen wurden Tullas Pläne ab 1817 zum Teil mit Waffengewalt verwirklicht. Seine Maßnahmen gaben dem Oberrhein ein vollkommen anderes Aussehen. .

Gottfried Tullas Ziel war es, den verästelten und mäandrierenden Strom auf ein Hauptbett zu konzentrieren. 1817 begannen bei Knielingen mit Schaufeln und reiner Muskelkraft die Bauarbeiten. Die Bauarbeiter hoben einen 25 m breiten und 6 m tiefen Kanal aus. Die Mäander wurden abgeschnitten und das durch den Kanal strömende Wasser erweiterte das Flussbett auf 240 m. Gleichzeitig wurde der “neue Rhein” durch Hochwasserdämme gesichert. Als nach sieben Jahren bei einem großen Hochwasser die begradigten Gebiete wie geplant von Überschwemmungen verschont blieben, fand Tulla mehr Zustimmung und die weiteren Arbeiten wurden beschleunigt.

Gottfried Tulla hatte sich bei seinen Arbeiten durch die Stechmücken an Malaria angesteckt. In Paris suchte er Heilung, wo er aber  am 27.3.1828 starb. Seine letzte Ruhestätte fand er  auf dem Friedhof Montmartre

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Lateinschule, später Progymnasium, von Detlef Uhrig

Lateinschule  Kibo: 1835 – 1894

Die Lateinschulen wurden von den Bayrischen Bildungspolitikern favorisiert, sehr zum Leidwesen der Pfälzischen Landräten. die lieber an der Praxis, Technik, ‘Naturwissenschaft  ausgerichtete Schulen mit Französisch gesehen hätten.  Sie sagten, die Lateinschulen beschäftigen sich zu sehr mit toter Materie.

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1835 Wiedereröffnung der Lateinschule, Träger wurde die Stadt Kibo. Erster Schulleiter bis 1849 war Dr. Carl Alois Fischer:

1. Dr. Carl Alois Fischer (Familienbuch # 6462)  heiratete;

10.11.1842  Dr. Carl Alois Fischer, * 29.11.1803 in München,  38 Jahre alt,  “Subdirektor” der Lateinschule in Kibo,  wohnhaft in Bischheim,   S. d. Johann Michael Fischer,  † 23.3.1835 in Ansbach in Bayern,  Gerichtsbote in Ansbach,  u. Henriette, geb. Hohl,  74 Jahre alt; mit Franzisca Fabel, * 25.8.1823 in Odernheim ,  Kanton Obermoschel,  19 Jahre alt,   T. d. am 3.3.1839 † Friedrich Jacob Fabel,  Rentner dort wohnhaft gewesen,  u. der am 30.4.1827 † Juliana, geb. Böckler,  Odernheim;  die Großeltern väterl. Seite: Johann Nicolaus Fabel,  † 5.5.1801 in Gaugrehweiler,  u. Charlotta Friederica, geb. Simon,  † 11.8.1910 ebenda;  Großeltern mütterl. Seite: Friedrich Böckler,  † 9.10.1837 in Zotzenheim † Friederica, geb. Bentz;  Trauzeugen:  1.) Theobald Ritter,  Posthalter,  50 Jahre alt; 2.) Friedrich Theodor Wantzel,  Revierförster,  56 Jahre alt; 3.) Philipp Christian Fischer,  Gutsbesitzer,  66 Jahre alt;  4.) Caspar Heim,  Steuerkontrolleur,  44 Jahre alt;  alle sind guter Freunde in Kibo

Die Familie Fischer bekam 6 Kinder: 1. Julia Tusnelda Fischer * 24.8.1843, (2.) Friedrich Alois Arnim fischer * 21.9.1845, (3.) die Zwillinge Carl Fischer * 18.2.1846, (4.) Ludwig Fischer, beide Kinder starben am 16.4.1846, (5.) Ludwig Wilhelm Fischer * 16.4.1846 und (6. Ernst Wilhelm Ludwig Fischer * 19.5.1849.

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Dr. Ludwig Hitzfeld, Kreisarzt, impfte gegen Pocken

# 8376: Dr. Ludwig Hitzfeld * 13.2.1794 Kandel

Kantonsphysikus (Kantonsarzt)  in Kibo,  S. d. Johann Baptist Hitzfeld, Gerichtsrat, und Magdalena geb. Herzog, beide wohnhaft in Zweibrücken,  heiratete oo  15.11.1821 Anna Maria Weinkauf,  * 20.5.1797 in Kibo, († 14.12.1858)  Poststallhalterin in Standenbühl,  Tochter des königl. Oberförsters Friedrich Weinkauf  u. der am 24. 10.1807 † Maria Christina geb. Ditmar, alle in Kibo, sie war die  Witwe des am 1.10.1820 in Standenbühl gestorbenen Anton Lierre, dortiger Poststallhalter;  ihre Trauzeugen waren  Friedrich Preyß, Renter und Großvater der Frau, 76 Jahre alt;  Jakob Anton Brogino, Handelsmann und guter Freund, 44 Jahre alt;  Andreas Joseph Roquiquet, Gerichtsbote und guter Freund, 29 Jahre alt;  Christoph Völkel, Gutsbesitzer und guter Freund, 50 Jahre alt,  alle waren von Kibo. Dr. med. Hitzfeld starb am 29.9.1869 in Kirchheimbolanden

Als Kantonsarzt (= Kreisarzt)  impfte Dr. Hitzfeld alle Kinder gegen Pocken. So auch am 2.10.1819 die beiden armen Kinder aus Albisheim: a) Friederica Bolander und b) Johanna Göhring. Dr. Hitzfeld bekam von der Gemeinde Albisheim am 21.3.1820 seine Impfgebühren von 28 Kreuzern  ( =2 x 14 x) von einem Boten bar ausbezahlt.

seine Heirat: oo 15.11.1821 Anna Maria Weinkauf, * 20.5.1797, † 14.12.1858, sie war Witwe des Posthalters Anton Lievre in Standenbühl, † 1.10.1820. Ihre Eltern: Friedrich Weinkauf, königlicher Oberförster oo Maria Christina Ditmar (Familie # 23605) Seine Kinder: 

1.) Emma Hitzfeld * 18.7.1822
oo 11.3.1845 Carl Christian Adam Gerheim * 10.10.1808 Weilburg
     1841 geschieden
Eltern: Joh. Peter Gerheim, herzoglicher Bereitter † 6.12.1838
         oo Maria Sophia Martin † 23.2.1840 Nassau
Großeltern: Joh. August G. † 30.4.1796 oo Joh.Gertrud Müller †15.2.1818
Großeltern: Carl Friedrich Martin † 19.5.1803
            oo Cath. Juliana Schildbach † 15.10.1804
2.) Magdalena Ida Hitzfeld * 5.11.1824
3) Anna Mathilda Hitzfeld * 31.8.1826, war eine großartige Rednerin, die     die feierliche Fahnenweihe der Freischärler übernommen hatte. 
   nach der gewaltsamen Niederschlagung des “Aufstandes” und der Ermordung der Freischärler im Schlosspark, setzte sie sich nach Amerika ab., finanziell unterstützt von ihrem Vater
       oo Christian Theodor Kaufmann* 1814 Uelzen, starb 1896 in N.Y, berühmter Maler, siehe unten
     Tochter. Maria Kaufmann * 8.2.1854 New York, † 9.1.1855 in Kibo

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      starb beim Besuch der Großeltern
4.) Elisabetha Agatha Hitzfeld * 11.4.1833 Kibo
oo 25.7.1854 Jacob Johann Wolff * 9.1.1819 Lambrecht/Graevenhausen
Eltern Peter Wolff, Gastwirt † 28.3.1841oo Philippina Göttel † 20.8.1839
Großeltern: Johannes Wolff, Händler † 20.4.1821,
              u. Anna Maria, geb. Kölsch,  † 7.3.1820,
Großeltern: Jacob Göttel,  † 17.12.1831,  u. Anna Margaretha Schneider
               † 11.01.1794,  beide aus Reichenbach

 

Theodore Kaufmann, * Uelzen/Hannover, Freiheitskämpfer, Maler

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Theodore Kaufmann was a fighter for Liberty and Democracy He was involved in the Palatinate Revolution and so he met Anna Mathilda Hitzfeld. who was a great speaker for the liberal ideas. Both arrived NY1850, where they married. Theodore Kaufmann established a portrait Paintings studio in New York, where he instructed the painter Thomas Nast

Theodore Kaufmann served in the Union, during the Civil War Throughout the war, African-American men, women, and children escaped slavery by fleeing to Union encampments. Union commanders referred them as wartime “contraband,” or property forfeited by the rebellious Confederates. They provided manual labor and information about local terrain and Confederate troop movements. By the end of the war, nearly a million ex-slaves were under some kind of federal protection, many in the so-called “contraband camps” established by Union commanders beginning in 1862.

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This famous painting “On to Liberty” is hanging in the Metropolitan Museum of Art, N.Y. (siehe Internet)

 

Siehe: Revolution 1848-49