Archiv der Kategorie: 1795 – 1815

Einführung des Meters, Kilogramms und des Liters

Linksrheinisches Maßchaos

Jedes der vielen  kleinen Fürstentümer hatte eigene Maße und Gewicht.  Präfekt Rudler dachte, es wäre so einfach dieses Chaos abzuschaffen, aber es dauerte 10 Jahre von seinem Erlass bis es endlich funktionierte. Das war ein Riesenproblem, denn die ca 2.500  linksrheinischen Gemeinden hatten unterschiedlichste Maße.

Am einfachsten war es in der Dörfern der Herrschaft Nassau-Weilburg, weil dort ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem funktioniert hatte.

Umrechnungstabelle:

  • ein Elle = 0,555 m,
  • ein Schuh = 0,290 m
  • 1 Zoll = 2,5 cm
  • 1 Ohm = 147,340 Liter
  • 1 Schoppen = 0,460 Liter
  • 1 Morgen = 3.016 qm
  • 1 Klafter Holz = 3,5784 Kubikmert
  • 1 kg = 1 Liter Wasser

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Weitere Vorteile und Nachteile der Franzosenzeit

1797: Francs beseitigt altes Münzchaos

Einführung der Assignaten, dann Francs

von Detlef.Uhrig@t-online.de

Bei der Bearbeitung des umfangreichen Themas konnte ich auf die Münz- und Geldsammlung meines Freundes zurückgreifen. Allerdings hatte er kein Geldstück aus der Napoleonischen Zeit. Wir wären dankbar, wenn Sie uns per email ein Foto zuschicken könnten, das werden wir mit Namensnennung des Einsenders veröffentlichen. Die unten genannten vor revolutionären Währungen stammen alle aus den digital erfassten “Viehhandelsakten

Das frühere Finanzchaos bis 1797,

Hauptmünze war der Gulden ( = fl): etwa 60 % der Geldgeschäfte wurden mit ihm abgewickelt. Der Gulden = fl = hatte 60 Kreuzer, oder 30 Albus.

Kreuzer = 1 X;

  • Kleinster Münzwert. Dafür bekam man in 1768 eine Bretzel, bzw. einen Königsweck mit einem Gewicht von 12 Loth = 175 Gramm. Ein junger Tagelöhner bis 21 Jahre alt – Voraussetzung war die Konfirmation – bekam pro Arbeitstag 12 x.

 

Der Konventionsthaler

durch Vertrag, Konvention von 1753 von Österreich und Bayern erhielt er eine weite Verbreitung im Südwesten. Zudem war die Grafschaft Falkenstein mit dem Oberamt Winnweiler österreichisches Herrschaftsgebiet! Er hatte den Wert von 1 Gulden und 30 X.

Der “Neue Thaler”

1788 eingeführt nach der Thronbesteigung des Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg, wurde auch Großer Thaler genannt. Wert 2,5 Gulden oder 2 Gulden und 30 Kreuzer

  • Die Zechine

  • Caroline (Carlin) Wert = 11 Gulden

Der Laubthaler = franz. Silbermünze bis 1790,  genannt wegen des Lorbeerkranzes um das Bourbonen – Wappen

 

Silbermünzen von 1760 und 1783, Wert entsprach 2,5 Gulden oder 2 Gulden und 30 Kreuzer

 

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Einführung des Meters, Kilogramms und des Liters

Weitere Vorteile und Nachteile der Franzosenzeit

Weitere Vorteile der Franzosenzeit : u.a.

  • Standesamt, Leichenschau, Fleischbeschau
  • gleiche Rechte für alle Bürger, Juden werden integriert,
  • Ehescheidungen sind möglich
  • Bekämpfung der Kriminalität, Abschaffung der Folter,
  • einheitliche Währung
  • Einführung der Pockenimpfungen,
  • Anpflanzung von Obstbäumen entlang der Wege:
  • Der Unterpräfekt Petersen aus Kaiserslautern verordnete, dass alle Feldwege mit Obstbäumen zu bepflanzen seien. Die Umsetzung erfolgte ab 1803. Fleißig pflanzten Bauern & Tagelöhner Hunderte von Obstbäumen an, die von Baumschulen geliefert wurden. Dieses vorbildliche Werk setzte die Bayerische Regierung des Rheinkreises fort. Bedauerlicherweise verschwinden diese schönen Obstbaumalleen. Der vernünftige alte Brauch ist in Vergessenheit geraten!
  • Verstaatlichung der Adels- & Kirchengüter,
  • Versteigerungen der kirchlichen & staatlichen Güter,
  • Gewerbefreiheit, Bürgerrechte
  • unabhängige Gerichte
  • Einheitliche moderne Maße =Voraussetzungen für technische Entwicklung,
  • Verbesserte Infrastruktur,
  • Nachteile der Franzosenzeit:

  • hohe persönliche Belastungen,
  • Gemeinden mussten Kredite aufnehmen, um die enormen Kriegslasten zu finanzieren. Albisheim bezahlt 1832 die letzen Kredite zurück;
  • entsetzliche menschliche Tragödien

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Wehrpflicht, Kriegsdienst

Fahnenflucht und harte Strafen

Brutale Strafandrohung durch den Präfekten Jeanbon  St. André

  • In Gemäßheit der Gesetze vom 17. Ventôse achten (= 8.3.1800),
    6. Floréal elften (= 26.4.1803) und des kaiserlichen Dekrets vom
    8. Fructidor dreizehnten Jahres (= 26.4.1805) , wird ein jeder Konscribierten (Wehrpflichtiger), welcher zum Marschieren aufgerufen wird und sich nicht stellt oder sich stellt, aber auf dem Wege zur Korps desertiert, vom Tribunal in erster Instanz seines Bezirks zu einer körperlichen Strafe und nebst dieser zu einer aus seinem eigenen Vermögen oder der seiner Eltern zu entrichtender Geldstrafe von 1.500 Franken verurteilt
  • Das Gesetz vom 28. Nivôse siebenten und das Dekret vom 8. Fructidor dreizehnten Jahres erkennen eine Strafe von 300 bis 1.000 Franken gegen jeden Arzt oder Chirurgen, jeden bürgerlichen Beamten und gegen jeden Ober- und Unteroffizier der Armee, welche falsche Gebrechen attestieren oder für Untersuchungen oder sonstige Verrichtungen Geschenke annehmen. Zu meinem größten Missvergnügen habe ich wahrgenommen, dass viele Konscribierte mit lügnerischen Zertifikaten von den Bürgermeistern und Munizipalräten versehen waren, die ihnen falsche Gebrechen bezeugten  Man wird zukünftig mit größter Strenge dagegen verfahren
  • Hinweis: Nachdem die Pfalz bayrisch wurde, übernahm die bayrische Verwaltung auch dieses franz. Gesetz, was zur massiven Auswanderung nach Amerika führte.

Wehrpflicht, Kriegsdienst

Die franz. Wehrpflicht & die Kriege von Detlef Uhrig

  • Die Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht hätte ja auch Vorteile haben können. Aber die vielen berühmten „heroischen“ Napoleonischen Schlachten & Kriege verschlangen hunderttausende junger Männer. Das eventuell traurige & elende Schicksal vor Augen, in Spanien, Italien oder im Osten scheußlich zu verrecken, das konnten und wollten viele nicht aushalten, zumal die Liebe zur französischen Nation noch sehr schwach entwickelt war. Da die Kriegsdienstverweigerung und die Fahnenflucht in ganz Frankreich, nicht nur im Donnersbergkreis massiv zunahmen, erließ der französische Kriegsminister am 11.1.1807 ein verschärftes Gesetz, das die Bestrafung der „Widerspenstigen Conscribierten“, ihrer Hehler und Mitschuldigen erleichterte, bzw. beschleunigte. Der Präfekt Jeanbon St. André schreibt in seinem Erlass auf Seite 3, dass bis Ende Juni 1809 allein in unserem Departement Donnersberg 5.000 Wehrpflichtige sich ihrer Verpflichtung entzogen hätten

Brutale Strafandrohung durch Präfekt Jeanbon St. André

  • In Gemäßheit der Gesetze vom 17. Ventôse achten (= 8.3.1800),
    6. Floréal elften (= 26.4.1803) und des kaiserlichen Dekrets vom
    8. Fructidor dreizehnten Jahres (= 26.4.1805) , wird ein jeder Konscribierten (Wehrpflichtiger), welcher zum Marschieren aufgerufen wird und sich nicht stellt oder sich stellt, aber auf dem Wege zur Korps desertiert, vom Tribunal in erster Instanz seines Bezirks zu einer körperlichen Strafe und nebst dieser zu einer aus seinem eigenen Vermögen oder der seiner Eltern zu entrichtender Geldstrafe von 1.500 Franken verurteilt,
  • Das Gesetz vom 28. Nivôse siebenten und das Dekret vom 8. Fructidor dreizehnten Jahres erkennen eine Strafe von 300 bis 1.000 Franken gegen jeden Arzt oder Chirurgen, jeden bürgerlichen Beamten und gegen jeden Ober- und Unteroffizier der Armee, welche falsche Gebrechen attestieren oder für Untersuchungen oder sonstige Verrichtungen Geschenke annehmen. Zu meinem größten Missvergnügen habe ich wahrgenommen, dass viele Wehrpflichtig (Konscribierte) mit lügnerischen Zertifikaten von den Bürgermeistern und Gemeindelräten versehen waren, die ihnen falsche Gebrechen bezeugten Man wird zukünftig mit größter Strenge dagegen verfahren.

 

  • Nachteil des franz. Gesetzes: reiche Familien konnten ihre Söhne von der Wehrpflicht freikaufen = Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz

Nov. 1793: Schlacht bei Kaiserslautern

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Nov. 1793: das Schlacht-Gelände bei Morlautern von Detlef Uhrig

Der preußische General Herzog von Braunschweig hatte mit Bedacht diese Hochebene bei Morlautern als Zentrale Befestigungsanlage mit den Maßen 300 - 300 m gewählt, hinter denen seine Soldaten sicheren Schutz fanden. Die anrückenden franz. Soldaten mussten über offenes Gelände direkt auf die gut geschützten Preußen zustürmen und dabei schießen. Sie wurden von den Kanonen auf dem Mayen - Berg unterstützt. Aber sie hatten keine Chancen. Am ersten Tag startete der Angriff erst um 15 Uhr, zudem hatte sich eine Division verlaufen, die den Angriff über die KL-Husarenäcker führen sollten.

Am 2. Tag hatte der Herzog seine östliche Flanke durch sächsische Reiterschwadronen verstärkt, die die Angriffe von Erlenbach zurückschlugen.

Am 3. Schlachttag ging den Franzosen die Munition aus und die Preußen machten Jagd auf die fliehenden Gegner.

Sieg: die Preußen ließen von den Pfälzer Bauern die Schlachtfelder in Fronarbeit reinigen. aber  ….

4 Wochen lang entsanden alle pfälzischen Dörfer im Umkreis von 40 km jeweils für 3 Tage ihre Arbeitstrupps, die das riesige Schlachtgebiet reinigen mussten. Die Leichengruben wurden ausgehoben, tote Pferde und Menschen kamen in Massengräber. Gelegentlich ragten Pferde- und Menschenbeine aus den Gräbern, wie Reisende mit Entsetzten berichteten.

aber dann aber Ende 1793 Rückzug auf Mainz.

der Herzog von Braunschweig zog sich mit seinen Truppen auf die Festung Mainz zurück und überließ das Gebiet dem General Hoche, der sich nun in der Pfalz breitmachte.

Details siehe “Chronik Albisheim” und/oder “Chronik Kaiserslautern-Erlenbach” beide von Detlef Uhrig

 

1795 – 1815

1798: Einführung des Standesamtes in der Pfalz, von Detlef Uhrig

  • 1.5.1798: die Standesämter nahmen ihre Arbeit auf; Vorsitzender war der Bürgermeister, bzw. sein Vertreter (Adjunkt).
  • Die Pfarrer mussten ihre Kirchenbücher abschließen und bei der zuständigen Gemeinde abgeben (sie blieben dort bis 1815, ab 1950 kamen sie ins Archiv der jeweiligen Landeskirche in Speyer).Nach dem 2. Weltkrieg ließen die Mormonen alle Kirchenbücher und standesamtlichen Akten (weltweit) verfilmen, so dass Interessierte sie gegen Bezahlung beim nächsten “Family Rsearch Centre” einsehen können.
  •  Diese Akten wurden doppelt geführt, um gezielte oder zufällige Vernichtungen unmöglich zu machen. Denn die Geburtseinträge waren Grundlage der Einberufungen zum Militär.. Die Zweitschriften kamen zur Sicherheit in die Kantonsverwaltungen, spätere Kreisverwaltungen, wo die meisten nach dem 2. WK. vernichet wurden..
  • Diese Akten waren durchgehend nummeriert worden und wurden Jahrgangs weise gebunden, zur Kontrolle war ein Index eingebunden.
  • Die Bayerische Regierung ließ in 1875 für die Jahre 1798 bis 1874 alphabetische Verzeichnisse für alle Familien anfertigen, so dass der Genealoge sehr schnell die gewünschten Familiendaten finden könnte . ,

     Erstellung der Urkunden durch das Standesamt von Detlef Uhrig

    1.  Die Geburtsurkunde: der Säugling musste unmittelbar nach seiner Geburt dem Bürgermeister, bzw. dem Adjunkten gezeigt werden, der sich vom Geschlecht des Kindes überzeugte. Das Kind musste einen typisch männlichen Vornamen trage. der männliche Vorname Marie war nur in Kombination mit Marie Jean, Maria Thomas  etc möglich. Die Geburtsurkunde wurde von 2 Zeugen unterschrieben. Die strenge Klassifizierung war im Hinblick auf die Wehrpflicht von Bedeutung.

  • 2. die Sterbeurkunde: Neu war, dass jede Gemeinde einen Leichenbeschauer einstellen musste, der sich davon überzeugen musste, dass kein Mordfall vorlag. Diese Neuerung zeigt die dringende  Notwendigkeit angesichts der zahlreich  vermuteten Mord- bzw. Todschlagsfälle. Die häusliche Gewalt war traditionell , zum Teil bedingt durch den hohen Alkoholkonsum. Die Sterbeurkunde wurde auch von 2 Zeugen unterschrieben.
  • 3. Hochzeitsurkunde: das Brautpaar bestellte unter Vorlage der Geburtsurkunden sein Aufgebot, das an der Tür des Gemeindehauses aufgehangen wurde. Die Beschaffung der Geburtsurkunde war z.T. zeitraubend, wenn der Partner von auswärts, oder sogar aus einem anderen Staat kam. Die Brautleute mussten das Einverständnis der Eltern beibringen, das auch am Hochzeitstag in Anwesenheit des Bürgermeisters, bzw. des Urkundsbeamten abgegeben werden konnte. Dies wurde im Akt festgehalten und von den Eltern unterschrieben. Bis 1874 brauchten die Brautleute vier Trauzeugen, danach nur noch 2. Nach aktuellem Recht ist kein Trauzeuge mehr notwendig. Diese Akten sind umfassende Darstellungen der Familie. Waren die Eltern bereits verstorben, so enthält der ausführliche Hochzeitsakt auch deren Sterbedaten. Hinzu kamen die Namen der Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits. Da die Trauzeugen i.d.R. auch Verwandte der Brautleute waren, lassen sich die genealogischen Daten überprüfen und ergänzen

1795 – 1805: Einführung des Standesamtes

Francois Joseph Rudler führte das Standesamt = Zivilstandsregister ein

Am 1.5.1798 führte der Regierungspräsident Rudler das Standesamt  und somit das Zivilstandsregister ein-  Dies war Teil der großen Verwaltungsreform. Nun wurden alle Bürger unabhängig von kirchlicher Zugehörigkeiten erfasst; denn alle Bürger waren ja gleich und frei.  Die Rechtsreform ging auf das  Gesetz vom 20. September 1792  der Franz. Republik zurück. Kirchliche Trauungen durften erst nach der standesamtlichen Hochzeit vorgenommen werden. Dazu waren 27 Gesetze und Verordnungen notwendig im Zusammenhang mit diesem Register standen. Hier fanden sich auch Regelungen zur Ehescheidung und zu Kindern, welche außerhalb ehelicher Verhältnisse geboren wurden. Rudler bestimmte, dass die Munizipalbeamten die alten Kirchenbücher binnen acht Tagen einsammeln sollten. 1804 wurde auch das neue Zivilstandsrecht in den Code Civil aufgenommen, das Ehescheidungen erlaubt.

Code Civil = BGB

code-civil

Die ersten Entwürfe zu einem Code civil entstanden in Frankreich bereits in den Revolutionsjahren 1793 bis 1797. Im Jahr 1800 berief Napoléon eine vierköpfige Kommission unter der Leitung von Jean-Jacques Régis de Cambacérès, die eine Rechtsvereinheitlichung schaffen sollte. An der Ausarbeitung des Code civil waren insbesondere Jean-Étienne-Marie Portalis (1746-1807), François Denis Tronchet, Félix-Julien-Jean Bigot de Preameneu (1747–1825) und Jacques de Maleville (1741–1824) maßgeblich beteiligt. Der Code Civil wurde am 21.3.1804 eingeführt. Mit dem Code Civil schuf Napoleon ein bedeutendes Gesetzeswerk der Neuzeit. In Frankreich ist es in wesentlichen Teilen noch heute gültig (Links Wikipedia).

Code Civil galt in der Bayerischen Pfalz bis zum 31.12.1899

1801: Friedensvertrag von Lunéville

Durch den Frieden von Lunéville vom 9.2.1801 verzichtete Österreich auf alle linksrheinischen Gebiete und erkannte die Angliederungen, auch von den Niederlanden – an Frankreich an.

 

1793 Schlacht bei Kaiserslautern

Erlenbach und die Verwundeten

Es ist nicht überliefert, wie sich der dreitägige Kampf auf Erlenbach und seine Bewohner ausgewirkt hatte. Die Otterberger Kirchenbücher weisen große Lücken auf Die Erlenbacher waren einfache Leute, aber nicht dumm. Als die französischen Truppen sich näherten, packten sie ihre Habseligkeiten und flohen mit dem Vieh in den Wald nach Baalborn und Sembach. Sicherlich hatten sich indes die französischen Offiziere des Königlich Zweibrücker Regiments in ihren Häusern gemütlich gemacht und sich die frei laufenden Hühner köstlich zubereiten lassen
Die gewitzten Höferer brachten wohl auch ihr Vieh und Saatgut vor den Preußen in Sicherheit. Ihr Weg führte über  den Schallbrunnener Weg  in eine ungewisse Sicherheit, während die preußischen und sächsischen Offiziere der Bataillone Churland, Carabinieres und Viettinghoff in ihren Betten schliefen.
Der blutige Kampf in, um und durch Erlenbach hatte schreckliche Opfer gekostet. Der preußische Kriegsbericht zählte eigentlich nur die getöteten Soldaten auf. 2.350 tote Franzosen und 800 eigene Leute Der Leser erhält dadurch innerlichen Abstand zum eigentlichen schrecklichen Geschehen. Am besten waren wohl die Gefallenen dran, die von einer Kugel getroffen wurden und den Sekundentod fanden. Was war aber mit den Blessierten, denen ein Arm abgehackt war oder denen durch Artillerie- Beschuss ein Bein abgerissen wurde? Die Schlacht war ein unerbittliches Abschlachten. Dies war heroisch für die  nicht verwundeten Sieger, die konnten triumphieren und jubelen. Aber die grässlich Verletzten, die schreiend von grauenhaften Schmerzen gequält, unversorgt herumzuckten. Es war wohl eine Gnade, wenn abends die Sieger den Schlachtplatz abgingen und den Hoffnungslosen den Todesstoß oder den Gnadenschuss gaben.