1940: Nazis verschleppen Jüden

Nach Gurs verschleppte Juden

Quelle: Britta Lehna, Kibo, die Geschichte einer Stadt, 1992, S. 56 ff.

  • Ludwig Scholem, * 28.10.1875, Viehhändler, Breitstraße 7, Kibo, verschleppt nach Gurs, starb 1.8.1941 im Lager Le Vernet
  • Seine Schwester Hermine Scholem * 2.9.1878, kam mit ihrem Bruder ins Lager Le Vernet, von dort nach Ausschwitz, wo sie 1944 umgebracht wurde.
  • Decker Thekla, * 11.1.1879, Breitstraße, ledig, Händlerin von Mehl und Hefe, sie kam von Gurs nach Ausschwitz, wo sie umgebracht wurde.

Die Familie Hausmann, Langgasse, deportiert am 22.10.1940

  • Hausmann Ludwig * 12.9.1877, Langgasse
  • Seine Frau Carolina Hausmann, geb. Rosenthal * 24.11.1890, verschleppt nach Gurs, vergast in Ausschwitz
  • Jacob Hausmann * 7.11.1928,
  • Karl Simon Hausmann * 19.3.1933, konnte unter dem Zaun des Lagers entfliehen. Eine franz. Untergrundorganisation rettete ihn; Nach dem Krieg wanderte er nach New York aus.
  • Johanna Hausmann * 27.2.1935, starb am 14.9.1941 Lager Rivesaltes
  • Schwarz Isidor * 1.5.1880 in Marienthal, Sohn des Julius Schwarz oo 30.4.1878 Johannetta Kahn, lebte in Kibo, Breitstraße 7, starb 23.12.1941 im Lager Gurs (siehe Familienbuch Marienthal # 19547)
  • Frau Pauline Ewers, geb. Kahn, *27.4.1864 in Kibo, Vorstadt 42 (damals Hitlerstraße), Tochter des Leopold Kahn, * Bubenheim oo Sara, geb. Schönfeld

 

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Lebensweg der Pauline Ewers, geb. Kahn

Ihre Heirat oo 24.2.1889  in Kibo Carl Julius Eduard Ewers, Ingenieur, Fabrikant und Steinbruchbesitzer, * 17.9.1847 Helmstedt, evang. S. d. Friedrich Heinrich Eduard Evers, Kaufmann, u. Agnes Jenny Laura Minna Mathilde geb. Behrens, beide in Helmstedt wohnhaft; Trauzeugen:  Eduard Evers, Kaufmann in Eilenburg, 35 Jahre alt;  Salomon Kahn, Kaufmann in Karlsruhe, 36 Jahre alt.

Pauline Kahn konvertierte vor ihrer Eheschließung zum Protestantismus. „Pauline wurde von den Nazis nach Gurs deportiert. Ihre Tochter Marie Ewers, die noch in Kirchheimbolanden wohnte, schaltete Gauleiter Bürckel ein, bat um Rückholung ihrer Mutter, da die Deportation versehentlich geschehen sei. Dieser hatte gegen den Rücktransport von Pauline Ewers keine Einwände.

Am 3.2.1941 schrieb Pfarrer Walter Mannweiler aus Kappelen bei Aarberg, Schweiz, ein Telegramm an Pauline Ewers nach Gurs: „Ihre Heimatbehörde erlaubt Rückkehr, da ihre Verschickung aus Irrtum erfolgt. Ihre Heirat mit einem Arier sei maßgebend. Weiteres in Geduld abwarten.“ Pauline Ewers konnte das Lager am 25.9.1941 verlassen, wurde der deutschen Besatzungsbehörde übergeben, die ihren Rücktransport per Zug von Oloron aus bewerkstelligte.345 Pauline Ewers kam schwer krank in ihrer Heimatstadt an, lebte fortan wieder bei ihrer Tochter in Kirchheimbolanden, wo sie nach langer schwerer Krankheit am 13.9.1946 verstarb“. (Quelle: Roland Paul