1793 Die Schlacht bei Kaiserslautern

Die Schlacht beginnt

27. November, der französische General Lazare Hoche hatte am seine 86 schweren Geschütze geballt auf dem Mayen Berg bei Otterbach, jenseits der Lauter aufstellen lassen.

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28. November, Punkt 12 Uhr eröffneten sie mit ihrem großkalibrigen Kanonen die Schlacht. Aber die Preußen blieben ihnen nichts schuldig.
Sie hatten eine an Kaliber schwächere, an Zahl überlegene Geschützmasse der französischen entgegen, da außer den 29 Batteriestücken noch eine Anzahl von Bataillonsgeschützen mitwirkte. Zudem befand sich die Französische Artillerie auch dadurch im Nachtheil, dass sie in ziemlich enger Linie stand, während die Preußischen Geschütze, weit auseinander gezogen, zusammen wirken konnten. Beide Artillerien hatten in dem heftigen Kampfe, der bis zum Abend anhielt, nicht unerheblich Verluste. Die Preußischen Batterien allein hatten gegen 50 tote Pferde. Zu einer eigentlichen Entscheidung, einem Niederkämpfen oder auch nur Dämpfen des feindlichen Feuers kam es jedoch nicht. Das Artilleriefeuer gegen die preußische Infanterie blieb indessen wirkungslos, da die Geschosse zu hoch gingen.

28.11.1793: Der Schlachtbeginn war für 14 Uhr vorgesehen. Hoche lief ungeduldig hin und her und wartete auf die Einsatzbereitschaft der Division Ambert, die sich aber verlaufen hatte. Der General wollte nach Gehrweiler und das liegt hinter Höringen. So waren sie durch eigenen Fehler befehlsgemäß falsch geführt worden, wie sie erst am Abend enttäuscht feststellten. . So fehlte Hoche der starke linke Flügel, der von den Husarenäckern aus auf Morlautern zustürmen sollte.

Angriff aus Erlenbach heraus

15.30 Uhr: Lazare Hoche konnte und wollte nicht länger warten, da es Ende November doch sehr früh dunkel wird.
Er gab den Befehl zum Angriff. Dieser begann jedoch nicht gleichzeitig, sondern nacheinander an drei Stellen.
Gegen 3 Uhr erschien die erste feindliche Angriffskolonne südöstlich Erlenbachs. Einige Infanterie-Bataillone, darunter ein Bataillon des Regiments Royal Deux-Ponts, vertrieben rasch einige Schützen, die das 11. Bataillon Viettinghoff beim Rückmarsch in Erlenbach zurückgelassen hatte. Sie erstiegen die Höhe gerade in der Richtung auf das Regiment Voß zu. Größere Massen begannen sich hier zu entwickeln. Die Preußische Kavallerie blieb ihrer Überlieferung aus großer Zeit getreu. Sobald der Feind auf der Höhe erschien, griff ihn das Regiment Voß in breiter Front an. Die Karabinieres (die verdeckt unter der heutigen Betonstraße in Richtung Gersweilerhof gelauert hatten) warfen sich zudem in seine linke Flanke. Die Überraschung gelang, das Entsetzen der Franzosen war groß. Die sächsischen Reiter trieben das Zweibrücker Regiment den Abhang (durch die Steinbruchstraße, Röhrbrunnen) in das Dorf Erlenbach zurück. Am Dorfrand, der vom II. Bataillon des Regiments Deux-Ponts verteidigt wurde, saßen die Karabinieres ab, räumten im feindlichen Feuer die Hindernisse weg, „richteten in einem erbitterten Handgemenge ein grenzenloses Blutbad“ an und kehrten dann, da das sumpfige Thal (zwischen dem Röhrbrunnen und der heutigen Ortsverwaltung) eine weitere Verfolgung unmöglich machte, mit der erbeuteten Fahne in Richtung ihrer alten Stellung (oberhalb des Gersweilerhofes) zurück

Infanterieangriff aus dem Lautertal heraus

In den frühen Nachmittagsstunden waren die 10.000 Soldaten der Division Huet von der heutigen B 270 das Ruhetal hinauf unbemerkt durch den dichten Wald gegen Morlautern geklettert. Dann brach der Hauptsturm los.
15.40 Uhr: Unter persönlicher Führung der französischen Generale Hoche, Huet und Morton preschten etwa 10.000 Mann mit überraschendem Ungestüm aus den Büschen des Ruhetals hervor und stürmten todesmutig, auf breiter Linie, geradewegs gegen die Redoute und die rechts und links davon aufgestellten Bataillone los. Unterstützt vom Geschützfeuer (Mayenberg) hatten sie schutzlos ein freies Feld von 550 Metern zu überqueren. Die Preußen hatten den strategischen Vorteil der starken Verschanzung, die ein ruhiges und gezieltes Feuern erlaubte. Der blindwütige Ansturm dauerte 17 Minuten, dann brach der Angriff unter dem anhaltenden Kleingewehr und Kartätschenfeuer in sich zusammen. Nun gingen das Regiment Kalckstein, die Musketier-Bataillone von Knobelsdorff und die zwei Kompanien Braunschweig mit klingendem Spiel zum Gegenangriff über, daraufhin wichen die Franzosen in den schützenden Wald zurück. Sie mussten viele Tote und schreiende Verwundete zurücklassen.
16.10 Uhr: Zu spät oder ein Entlastungsangriff? Aus Richtung des westlichen Erlenbachs kam frische französische Infanterie, aber auch die Reste des gerade geschlagenen Zweibrücker Regiments hervor und bedrohten im Sturmlauf die Redoute. Der Herzog von Braunschweig schickte Boten zur Hilfe. Die preußischen Karabiniers kamen gerade den Berg hoch aus Erlenbach. Sie sammelten sich und ruckzuck galoppierten sie zusammen mit den drei sächsischen Schwadronen Kurland in Richtung des heutigen Opelhändlers und fielen erfolgreich in die linke, ungeschützte Flanke der Franzosen. Wie damals so üblich, führten die Generäle Kalkreuth und Gersdorff selbst die Reiter an.
16.30 Uhr: Drei franz. Kavallerie-Regimenter kamen ihrer bedrängten Infanterie zur Hilfe und fielen den preußischen Dragonern in den Rücken. Es entbrannte ein wilder Reiterkampf, der blutig mit Pistole und dann mit Säbel ausgetragen wurde. General von Gersdorff warf sich mit seinen Kurland Dragonern der Französischen Reiterei entgegen und drängte sie zurück, übersah aber, dass er selbst eingekesselt wurde. General von Kalkreuth kam noch rechtzeitig und haute ihn raus. Gemeinsam vertrieben sie die französische Infanterie und Kavallerie. Allmählich brach die Dunkelheit herein und beendete das grausige Abschlachten.
Der Herzog von Braunschweig war über die späte Aggressivität Hoches überrascht und gewarnt. Deshalb blieben alle Soldaten nachts unter dem Gewehr.
18.30 Uhr: General Rosboth marschierte von Lauterecken in Richtung Morlautern. Durch den Angriff Hoches wurden er und Blücher vom Herzog getrennt. Sie biwakiert deshalb zwangsläufig nördlich von Schneckenhausen. Um einen Boten zu schicken, war es zu spät und durch den Wald viel zu gefährlich. Rosboth ließ das verabredete Kanonenzeichen von 8 Schüssen abgeben. Dadurch erfuhr der Herzog, wo Rosboth steckte und konnte beide in seine Planungen einbauen.
Abends, nachts bereiteten die Gegner den Kampf des nächsten Tages vor, wobei die preußischen Alliierten in der glücklicheren Lage waren. Ihre Soldaten waren schnell versorgt und mit frischer Munition ausreichend eingedeckt. Die französischen Soldaten hatten es jedoch sehr viel schwieriger, denn es scheint bei ihnen ein logistisches Desaster geherrscht zu haben. Dass die Truppenführer schnell den Kampf suchten, ohne auf die notwendige Versorgung zu achten, musste sich bitterlich rächen, zumal der Dauerregen die Wege für die schweren Versorgungswagen fast unpassierbar gemacht hatte. In der Nacht ließ Hoche auf dem Osterberg noch 22 schwere Geschütze in Position bringen. Er nahm noch einige Truppenverschiebungen vor. Er gruppierte die Brigade Paillard vom linken auf den rechten Flügel um, als Verstärkung für die Division Huets und die Brigade Simon sollte vom Reichenbacher Hof auf Otterberg zumarschieren.

1793: Schlacht bei Kaiserslautern: 2.Tag