Lehrer Johannes Küstner

Johannes Küstner, lutherischer Lehrer, * 1748 Rüssingen, # 11940 Familienbuch, Lehrer in Kibo von 1779 – † 11.11.1801

In Gnädigster Resolution wird Johannes Küstner von Göllheim seinem Schwiegervater, dem Evangelisch- Lutherischen Schuldiener Georg Friedrich Rothenberger zu Rüssingen als Schulgehilfe und als zukünftiger Nachfolger zur Seite gestellt, Weilburg , den 23.7.1770, Fürstliches Consistorium,

Foto der Evang.- lutherischen Schule in Kibo, erbaut 1751

Johannes Küstner erhielt am 23.6.1773 ein Angebot für die Schulstelle in Kibo, klick und sie werden groß

„Nachdem in Gemäßheit Gnädigster Resolution vom 19ten dieses (Monats) dem Schul-Adjunctus zu Albisheim Johannes Küstner die vakante Evangelisch- Lutherische Mädchen Schuldienst zu Kirchheim und das damit verknüpfte Glockenamt, jedoch mit Vorbehalt dass ihm unbenommen bleibt, die erledigte Schul(stelle) zu Albisheim zu wählen. Conferiert = bestätigt, dass er in der hiesigen Stadt der Evangelisch-Lutherischen Kirche die Orgel (Paulskirche) bei dem Gottesdienst spielen, als Kantor aber den Gesang dirigieren soll. Als wir vor allem Johannes Küstner gegenwärtiges Dekret zu seiner Legitimation erteilt. Und hat derselbe an Besoldung alljährlich zu genießen“:

Die Bezahlung des Lehrers Johannes Küstner

  1. Aus den Stadt Renten 1 Gulden 30 Kreuzer für das 1 Uhr Läuten und 10 Gulden für das Orgelspielen.
  2. Aus der Kirchenschaffnerei  (erhält er) 21 Gulden und 15 Kreuzer und 23 Malter Korn.
  3. Aus der hiesigen Waldung 2 Klafter Brennholz und 50 Wellen, so er auf eigene Kosten machen und heimfahren muss.
  4. Den Schulgarten, (auf) den Kirchhof beiläufig einen Morgen Wiese, 2 Pflanz-Stücke in den Kappes-Gärten (Parkhaus und VG-Gebäude)
  5. Freie Wohnung,
  6. Zusätzlich: Vorbereitung des Taufwassers für einen Nichtbürger 10 Kreuzer und für das Geläut zur Hochzeit 20 Kreuzer, fürs Geläute zur Leiche, bei einem der Nichtbürger für 4 Kreuzer Weck und von einem der Nichtbürger 15 Kreuzer und (lies unten weiter!!)
  7. Muß ein jedes Kind so oft es zur Schul kommt im Winter täglich ein Scheit Holz bringen oder sich dafür mit dem Schulmeister abfinden. (Hinweis: 60 Kreuzer = 1 Gulden)

Bezahlung: die Haupteinnahmequelle des Lehrers war das Schulgeld, das die Kinder monatlich mitbrachten, bzw. das der Lehrer oft genug mit lauten und deutlichen Worten an den Haustüren einfordern musste. Trotzdem ging er oft mit leeren Händen heim und der Schultheiß versuchte dann mit Hilfe des Polizeidieners doch noch eine “friedliche” Lösung zu erreichen,  ohne Zwangsmaßnahmen aus Kibo. Da die Eltern der armen Tagelöhner nichts zahlen konnten, übernahm die Gemeinde dann das Schulgeld von 1 fl 15 x.  Zur Kontrolle musste der Lehrer tagtäglich eine Anwesenheitsliste zu führen, so wie es heute auch noch üblich ist.

Johannes Küstner: 1774 – 1778  Lehrer in Albisheim, wg. ABC – Schulbuchstreit, ab 1779 Lehrer in Kibo

nachstehend  Stellenzuweisung nach  Albisheim: 9.2.1774

Schüler-Listen sind zu führen und das Amt übernimmt die Eintreibung der Säumnisgebühren.

Text: “So bestellen wir, dass die Schulmeister bei Vermeidung ihrer eigenen unehrenhaften Bestrafung ein Register über alle schulmäßigen (schulpflichtigen) Kinder halten und hier noch ein besonderes Journal über die jeden Tag ausbleibenden Knder in der größten Genauigkeit führen und beide Listen zu Ende jeden Quartals an das Amt einsenden sollen.  Welches Amt so dann von den Eltern derer Kinder säumig waren, so dann Strafgelder, es sei denn, dass rechtmäßige Entschuldigungen vorhanden, ohne einige Nachsicht eintreiben und zum Bester jeder Schule zur Anschaffung von Papier, zur Austeilung der der ……… beitragen, oder zu anderen nützlichen Dingen anwenden sollen.

# 11940 Küstner Johannes * 1748 Rüssingen, † 11.11.1801 Kibo

seine Eltern Cornad Küstner und Anna Maria Roth aus Göllheim. Joh. Küstner oo 10.10.1770 Philippina Margaretha Rothenberger * 30.7.1742, die allerdings bereits am 1.8.1771 starb. Sein Schwiegervater Joh. Georg Friedrich Rothenberger war Lehrer in Kibo gewesen und hatte seinem Schwiegersohn wohl die Lehrerstelle  als Schulgehilde in Albisheim verschafft. Seine Frau starb bereits am 1.18.1771 bei der Geburt eines Kindes.

Die 2. Frau hieß Maria Elisabetha Becker * 7.1749, † 2.11.1820, sie stammte aus der Kupfermühle in Bischheim, ihrer Eltern waren Valentin Becker und Maria Elisabetha Schnell, Die Kinder des Johannes Küstner: 1. Friederica  Wilhelmina Küstner * 1773,

(2. Louisa Elisabetha Küstner * 17.2.1775, † 15.1.1859, die oo 6.4.1802 Joh. Henrich Nicolaus Blaufuß heriatete, + 19.6.1775, sohn des Henrich Blaufuß, Musiker und der Carolina Kleinzell, † 3.4.1826 in Kibo ihre Großeltern warn Heinrich Kleinzell, Stadtmusiker und Catharina Ackermann (Blaufuß Familienbuch # 2678).

3. Johannetta Cath. Küstner * 13.3.1777, † 25.1.1780

4. Susanna Margaretha Küstner * 5.11.1780

5.) Johann Conrad Küstner * 21.11.1782, † 26.2.1837, wurde auch Lehrer in Kibo, er war 2x verheirat gewesen: ioo Maria Barbara Gerheim, † 7.5.1812, seine 2 Frau Philippina Gerheim, Tochter des Philipp Gerheim oo 13.7.1784 Susanna Barbara Gerheim ( # 7635)

seine Tochter: Maria Barbara Küstner * 3.5.1812, † 5.7.1842 heiratete oo 19.11.1839 Lucae Conrad Friedrich * 25.9.1805, Sohn des Ludwig Christina Lucae und der Friederica Philippina Baum † 26.2.1837,  (Familie Lucae # 12955)